Nach dem riesigen Erfolg des Free2Play-Hits World of Tanks erhob sich Entwickler Wargaming.net im nächsten Schritt mit World of Warplanes in die Lüfte. Von daher musste man wohl nicht allzu lange darüber nachdenken, auf welchen Schlachtfeldern die Konflikte des dritten Ablegers ausgetragen werden sollten.

Darum geht's:

Richtig, diesmal ziehen wir in Kriegsschiffen zu Felde und folgen dabei dem bewährten Spielprinzip des Vorgängers. Soll heißen: 24 Kapitäne stehen (oder schwimmen) sich in hitzigen Multiplayergefechten mit dem Ziel gegenüber, entweder alle Feinde zu zerstören oder markierte Punkte auf den Maps für eine bestimmte Zeit zu halten. Der Verbund in Divisionen mit bis zu drei Freunden macht die Sache natürlich deutlich einfacher und auch sonst ist Teamplay angesagt. So ein Flugzeugträger zum Beispiel verfügt nämlich über keinerlei Geschütze und bedarf von daher des Geleitschutzes, um seine Torpedobomber in die Luft zu bringen, mit denen man dann auch dicke Dosen wie die gigantischen Schlachtschiffe knacken kann. Diese wiederum sind in Sachen Panzerung den wendigen Zerstörern und Kreuzern zwar deutlich überlegen, manövrieren dafür allerdings wie Backsteine. Alteingesessene Panzerfahrer müssen trotz der typisch simplen Steuerung auf dem Wasser aber sowieso umdenken.
Durch Erfolge im Spiel verdienen wir Silbermünzen, mit denen wir alte Schiffe pimpen oder neue erhalten, können jedoch auch mit echtem Geld in Gold investieren. Die dadurch zu erwerbende Premium-Mitgliedschaft beschert uns höhere Einnahmen und ist gilt auch für die anderen Wargaming.net-Titel. Zu See gesammelte Erfahrungspunkte lassen sich sogar umwandeln und in Panzer und Flugzeuge stecken. Natürlich gehören auch Premium-Schiffe zum Programm, die aber glücklicherweise keine spielerischen Vorteile bringen und im Wesentlichen dem Narzissmus auf dem Schlachtfeld dienen.

Das ist gut:

World of Warships ködert euch gerade in den ersten Spielstunden mit einem warmen Regen an Erfahrungspunkten und den damit verbundenen Möglichkeiten, in den verschiedenen Tech-Trees aufzusteigen. Schnell setzt die bittersüße Suchtspirale ein und man ertappt sich dabei, wie man sich immer wieder ins Gefecht stürzt, um vielleicht doch noch das nächste Schiff freizuschalten. Und warum auch nicht? Spaß machen die kurzweiligen Gefechte allemal, da die vier Schiffstypen gut mit- beziehungsweise gegeneinander funktionieren und Teamplay stets belohnt wird. Dank der schnell verstandenen Steuerung haben Leichtmatrosen fix Erfolgserlebnisse, während sich alte Seebären immer weiter in die Tiefen von Geschossreichweiten und Ausrichtung der Geschütze einarbeiten. Eine realistische Simulation wird World of Warships dadurch natürlich nicht, aber wer so etwas sucht, ist bei den Spielen von Wargaming.net eh falsch aufgehoben.

Das ist schlecht:

Der wohl größte Kritikpunkt an World of Warships ist auch der offensichtlichste: Das Szenario! Gerade im Vergleich zum Primus World of Tanks fallen die Maps, die ja nun mal zwangsläufig eben sind, deutlich abwechslungsärmer aus. Die immer wieder eingestreuten Inseln machen den Kohl dabei auch nicht fett, weshalb dem Spiel ein gehöriges Maß an Taktik abgeht. Insofern ist es ein wenig verwunderlich, dass auf U-Boote verzichtet wurde. Aber wer weiß, vielleicht kommen die ja noch?!

Ideal für eine Runde zwischendurch. World of Warships bleibt dem Erfolgskonzept treu und bietet ebenso spaßige wie kurzweilige Schlachten für Hobbykapitäne. Realismus und Abwechslung blieben da zwar auf der Strecke, aber einem geschenkten Zerstörer schaut man schließlich nicht in den Kanonenlauf.