Das ist schlecht:

Ärgerlicherweise steht so ziemlich jedem Pluspunkt ein Negativpunkt gegenüber. So wissen die weitläufigen Gebiete zwar durchaus zu gefallen, allerdings sieht es die Missionsstruktur vor, dass ihr diese immer wieder bereist. Stichwort Backtracking. Rasch habt ihr alles gesehen und werdet bald das Gefühl nicht los, dass eure Taten gefühlt nichts bewegen. Dass ihr wie Laufburschen immer wieder die gleichen Ziele erfüllen müsst, erschwert das Ganze, und in Ermangelung eines roten Fadens zerfasert das straffe Spielgefühl der Vorgänger zusehends.

Eine wirkliche Story wird abgesehen von den wenigen gelungenen Cutscenes nämlich kaum erzählt. Denkwürdige Momente, wie beispielsweise das grandiose Geburtstags- Saufgelage aus „The New Colossus“ oder charismatische Figuren, an die man sich gerne erinnert, bleibt „Youngblood“ schuldig. Und das, was unter Handlung fällt, lässt dazu noch viel Raum für Diskussionen. Aber wir wollen hier natürlich nicht spoilern.

Nächster Punkt: Leveldesign. So schön die neuen weitläufigen Gebiete auch gestaltet sind, so blöd finden wir die Entscheidung, die mühsam erlegten Feinde viel zu schnell wieder respawnen zu lassen. Gut gepanzert wie die Nazischergen sind, müsst ihr mit euren begrenzten Vorräten auch so schon erstaunlich viel Munition in das Pack versenken. Blöd, wenn man dann nur wenige Meter geht, einen Schalter betätigt, und hinter einem alles wieder voll mit Gegnern ist.

„Was solls?!“, könnte man sich denken, „das Ballern macht ja Spaß und ich level schließlich ständig auf“. Pustekuchen, denn die Feinde leveln mit euch hoch, so dass das befriedigende Gefühl, wie ein blutrünstiger Sturm über den Feind hinwegzufegen, ausbleibt. Und wer die Idee hatte, nach einem Tod und dem damit verbundenen Neustart, die Munition nicht wieder aufzufüllen, der hat wohl auch noch nie einen Shooter gespielt. Schlimm genug, dass die Checkpoints so weit auseinander liegen. Und haben wir schon erwähnt, dass die Gegner ständig respawnen?

Explosive Koop-Action mit Ladehemmungen. Gemeinsam mit einem Kumpel macht das gewohnt launige Wolfenstein-Ballerspektakel gleich doppelt so viel Spaß, und auch Solo kommt dank kluger KI ordentlich Stimmung auf. Leider bremsen fragwürdige Design-Entscheidungen den Spielspaß aber immer wieder aus, und Story sowie Missionsdesign erreichen zu keiner Zeit das Niveau der Vorgänger.

„Wolfenstein – Youngblood“ ist für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC erhältlich.