Das ist gut:

Wie ihr gerade schon gelesen habt, punktet „Wolcen: Lords of Mayhem“ mit allem, was seit „Diablo 2“ und 3, „Path of Exile“, „Grim Dawn“ und wie sie alle heißen zum guten Ton gehört. Daher liefern wir euch hier auch nicht die x-te Aufzählung dessen, was ein Actionrollenspiel zu einem solchen macht, sondern zeigen euch die Unterschiede von „Wolcen: Lords of Mayhem“ auf. Das fängt beim absolut klassenlosen Charaktersystem an. Denn all eure Talente sind nicht in Bäumen, sondern als Sternbilder auf einem Schicksalsrad angeordnet.

Der Clou daran: Mittels geschickter Mausklicks dreht ihr die drei Segmente des Rades und es erlaubt es so, euch durch verschiedene Bäume zum äußersten Ring zu klicken. So könnt ihr den Innenteil des Rades als Krieger (rot) bestreiten, dann den Mittelteil einer der vielen Diebes- und Waldläufervarianten bestücken (grün) und eurem Schützenkrieger am äußersten Ring Zauberertalente (blau) verpassen, die wertvolle Willenskraft/Mana sparen und zugleich die Effekte eurer Elementpfeile oder eurer Railgun (!!) verbessern. Oder wie wäre es mit einem Dieb, der Gegner durch Zeitmagie verlangsamt und gleichzeitig seine Dolchattacken unmenschlich beschleunigt UND viel aushält? 

All das geht! Und wenn es nervt: Umskillen, indem ihr das Rad auf andere „Klassen“ dreht.

Apropos „unmenschliche Attacken“: Eure Skills findet und kauft ihr bei „Wolcen“, statt sie aus Skillbäumen zu lernen. Durch die Aktivierung magischer Orbs/Würfel erlernt ihr so genau das, was ihr für euren Wunschcharakter gerne hättet: Zweihandschwert-Wirbel samt Pfeilhagel für Fernkampf und leichte Heilung für euren eigenen Wunsch-Paladin-Ranger? Kein Problem. Der Clou: Ähnlich wie bei „Path of Exile“ erhalten die eingesetzten Skills eigene Erfahrungspunkte und leveln, sodass ihr per Klick auf ein kleines Pluszeichen an der Skill-Leiste eure Fertigkeiten nach eigenem Gusto maßschneidern könnt.

So kosten Feuerbälle plötzlich weniger Willenskraft/Mana, oder sie lassen sich schneller sprechen bzw. ihr Wirkbereich vergrößert sich, oder sie verursachen zehn Prozent mehr Schaden, oder, oder oder. Die Optionsfülle, die euch „Wolcen: Lords of Mayhem“ bietet, wirkt erschlagend, erlaubt euch aber auch, euch genau die epische Fantasy-Mordmaschine zu zimmern, die ihr schon immer spielen wolltet, um prachtvoll durch Ozeane aus Feinden zu waten und einen Tsunami aus Gore und Loot zu entfesseln. Wo wir gerade bei „prachtvoll, Gold und Loot“ wären:

Natürlich fällt bei „Wolcen: Lords of Mayhem“ alles an, was man sich vorstellen kann an scharfen, wuchtigen und fiesen mittelalterlichen Todbringern, aber eben auch an Schwarzpulverwaffen und besagten Railguns – all dies in den üblichen Qualitätsstufen von selten bis episch. Besonders: Handschuhe und Schulterplatten können hier, ähnlich wie Ringe in anderen Genrevertretern, für beide Körperhälften unterschiedlich gewählt werden, um eurer Strategie besser zu dienen. Fantastisch. Das Prädikat gilt auch für den mitreißenden Soundtrack wie auch die tolle Grafik, Cryengine sei Dank. Zu jeder Zeit hat man hier das Gefühl, ein „richtiges“ Triple-A-Abenteuer mit „echter“ Story zu erleben. 

Überragend – vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wie klein das Team ist, das hinter „Wolcen“ steckt.