Zunächst interessiert sich die Welt nicht für euer Treiben. Durch das Erfüllen von Missionen auf der Weltkarte besorgt ihr aber nicht nur dringend benötigte Kohle und schaltet neue Handlanger sowie Bonusgegenstände frei, sondern erregt auch zunehmend Aufmerksamkeit. Je mehr diese ansteigt, desto mehr Agenten wollen eure Basis in Augenschein nehmen, beziehungsweise unschädlich machen. Im schlimmsten Fall schottet sich ein Land sogar komplett ab, was weitere Missionen dort zeitweilig unmöglich macht, und setzt eine Spezialeinheit auf euch an.

Zwar lässt sich die Aufmerksamkeit auch wieder gezielt senken, doch das kostet Geld und Personal. Da die Weltkarten-Missionen für das Vorankommen unabdingbar sind, werdet ihr auf kurz oder lang aber auf jeden Fall Besuch bekommen, was im zunehmenden Spielverlauf selbst mit installierten Fallen – von denen nur wenige tödlich sind – schnell knifflig werden und unter Umständen zum vorzeitigen Spielende führen kann.

Gegen andere Superschurken oder gar menschliche Gegner kann man nicht antreten. Dafür dürft ihr euch aber neben der Kampagne im Sandbox-Modus ganz ohne Freischalt-Druck hemmungslos austoben.

Während der Aufbau der Basis insbesondere zu Beginn sehr unterhaltsam ist und man sich rasch im Mikromanagement und Optimierungswahn verliert, können die Missionen auf der Weltkarte leider nicht überzeugen. Letzten Endes werden diese mit einem wenig spannenden Klick abgearbeitet, was alsbald zur nervigen Pflichtaufgabe verkommt. Und auch die dazugehörigen Zwischensequenzen und Dialoge hinterlassen lediglich einen zweckmäßigen Eindruck.
 
Die Grafik hingegen versprüht mit ihrem klischeebeladenen Comic-Charme ordentlich gute Laune und weiß vor allem mit treffsicheren Animationen zu gefallen. Der stimmige Sound versetzt einen direkt in die Agenten-Streifen der 70er, während die – leider nur englischen – Sprecher zuweilen etwas bemüht wirken. Zudem hakt es mitunter in der deutschen Übersetzung.

Fazit:

„Evil Genius 2: World Domination“ kommt mit der äußerst unterhaltsamen Prämisse daher, als kriminelles Genie die Welt zu unterjochen, und weiß dabei vor allem in Sachen Präsentation voll zu überzeugen. Während Aufbau und Management der Basis ebenfalls sehr unterhaltsam ausgefallen sind, langweilen die wiederkehrenden Pflicht-Missionen auf der Weltkarte, deren spielerischer Gehalt in einem Mausklick besteht. Das ist aber natürlich ein geringer Preis, wenn man dafür an einer Weltuntergangsmaschine tüfteln darf. Angehenden Superschurken sei „Evil Genius 2“ von daher wärmstens ans Herz gelegt.

„Evil Genius 2: World Domination“ ist für PC erhältlich.