Das ist gut/schlecht:

Zunächst einmal gilt für „Warhammer 40.000: Inquisitor – Martyr“ das gleiche wie auch für „Diablo“: Looten geht immer! Zwar kann man in der Fülle der gefundenen Ausrüstung gerne mal etwas den Überblick verlieren, da ihr während der laufenden Mission jedoch weder Erfahrungspunkte investieren noch die neuen Waffen und Rüstungen anlegen könnt, wird der Spielfluss dadurch nicht unterbrochen. Stattdessen wechselt ihr jederzeit zwischen zwei zuvor festgelegten Waffensets.

Dass „Marty“ sich trotz bekannter und von Blizzard unlängst etablierter Spielelemente nicht wie ein tumber Klon anfühlt, verdankt es dem vergleichsweise langsamen Spieltempo, welches wiederum dem praktischen Deckungs-Feature geschuldet ist. Durch diesen entscheidenden Kniff in Sachen Gameplay verschiebt „Martyr“ den Hack&Slay-Fokus in Richtung Action-Rollenspiel, ohne dabei jedoch auf massenweise heranrückendes Kanonenfutter zu verzichten, das es in den blutigen Schlachten zu erlegen gilt.

Die Optik gestaltet sich dabei äußerst abwechslungsreich und überzeugt Fans der Vorlage auch im Detail, die sich hier über eine der treffendsten Umsetzungen des Stoffes freuen dürfen. Da nimmt man dann auch gelegentliche Einbrüche in der Bildrate und Grafikbugs wohlwollend in Kauf. Ärgerlicher ist da schon, dass euer Inquisitor nicht immer das tut, was er soll, sodass ihr zuweilen schon mal ungewollt die Deckung verlasst und ohne eigenes Verschulden Treffer einstecken müsst.

Neben der rund 35–40 Stunden umfassenden Hauptkampagne dürft ihr jederzeit auf den verschiedenen Planeten des Systems landen, um euch dort in zufallsgenerierten Quests aufzuleveln. Liegt ihr dabei unter der empfohlenen Stufe, locken mehr Erfahrung und bessere Ausrüstung, die ihr dafür jedoch auch deutlich zäheren Feinden entreißen müsst. Meistens ist die Aufgabe schlicht, sämtliche Gegner plattzumachen, mal gilt es aber auch einen geretteten Gefährten zu eskortieren oder Geschütze zu deaktivieren.

Klingt alles soweit gut, und ist es auch. Einen dicken Rüffel gibt es jedoch in Sachen Multiplayer. Seltsamerweise darf man nämlich ausgerechnet die Kampagne, abseits der Reinigungs-Missionen, nicht kooperativ angehen. Und so nett der lokale Koop-Modus in der Konsolenversion auch ist, so blöd finden wir die Einschränkung, dass der Mitspieler dabei lediglich mit einer nur für diese Session gültigen Figur ohne eigenes Inventar und Auflevel-Gedöns antreten muss.

 „Warhammer 40.000: Inquisitor – Martyr“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Blutige Schlachtplatte, die mit viel Liebe zum Detail serviert wird und die Atmosphäre der Vorlage gelungen einfängt. Hinter der vermeintlich schlichten Hack-&-Slay-Fassade verbirgt sich ein erstaunlich komplexes Spielsystem, das jedoch ausgerechnet in Sachen Koop-Multiplayer enttäuscht.