Das ist weniger gut:

Nimmt man die Fanbrille ab, präsentiert sich „Streets of Rage 4“ als überschaubares und in Sachen Gameplay eher einseitiges Spielerlebnis, das ihr in rund 2 Stunden durchgeprügelt habt. Für einen Brawler ist das gar nicht so ungewöhnlich, aber erklärt das mal einem Neueinsteiger ins Genre, der epische Open-World-Abenteuer gewohnt ist.

Schade ist, dass ausgerechnet die Endbosse etwas fantasielos daherkommen und keiner wirklichen Taktik bedürfen. Zudem hat man es hier und da mit einigen unfairen Stellen und Gegnerkonstellationen zu tun, die uns vor allem im Solo-Spiel immer wieder laut haben fluchen lassen.

Erwähnen sollten wir zudem noch, dass man die Optik anhand von Grafikfiltern auf alt trimmen kann, was aber einen eher mäßigen Effekt hat. Dafür zündet die optionale Original-Musik umso mehr.

Zwar stammen auch die aktuellen Songs von den Komponisten, die schon anno dazumal am Werk waren, haben aber gefühlt etwas an Schmiss eingebüßt.

Für uns schon jetzt das Comeback des Jahres! „Streets of Rage 4“ erweckt ein totgeglaubtes Genre mit kennerischem Feingefühl zu neuem Leben und macht dabei so ziemlich alles richtig.

Vor allem im Koop-Modus mit Kumpels auf der Couch macht die alte Prügelschule im neuen Gewand noch genauso viel Spaß wie damals im Kinderzimmer nach den Hausaufgaben.

Damit ist „Streets of Rage 4“ nicht bloß eine respektvolle Verneigung gegenüber den Vorgängern, sondern eine waschechte Fortsetzung auf Augenhöhe.

„Streets of Rage 4“ ist für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC erhältlich.