„Doom“ ist vielleicht nicht der erste 3D-Ego-Shooter seiner Art, aber dafür bis heute einer der ikonischsten. Aufgrund der für damalige Verhältnisse enorm realistischen Darstellung exzessiver Gewalt landeten Teil 1 und 2 anno 1994 auf der Liste für jugendgefährdende Medien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) und durften lange Zeit in Deutschland nicht geschäftlich beworben werden. Das war der Popularität der Marke allerdings eher förderlich und letzten Endes hat es erst recht jeder „Doom“ gezockt. Aber ob nun Fan oder Kritiker, das krass-brutale Spiel war in aller Munde und brannte sich schließlich ins kollektive Gedächtnis ein. Ein Ofen, in dem bekanntlich Pop-Kultur gebacken wird.

Mittlerweile sind die deutschen Versionen von „Doom“ und „Doom 2: Hell on Earth“ vom Index runter, es gab diverse Nachfolger und der Stoff wurde unlängst mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle (äußerst mäßig) verfilmt. Es gibt Brettspiele, Romane, Comics und Klamotten, doch auch abseits des Merchandise-Kataloges finden sich immer wieder mal mehr, mal weniger subtile Anspielungen auf die „Doom“-Reihe in den Medien oder gar im Alltag. So veredelte zum Beispiel eine Gruppe begnadeter Straßenkünstler 2009 diverse Werbeplakate in den Straßen Berlins mit Motiven aus dem Spiel.

Auch der in Fachkreisen wohlbekannte Animationskünstler Lee Hardcastle ist offenbar ein Fan und hat mit viel Aufwand einen offiziell lizensierten Stop-Motion-Kurzfilm realisiert, dessen Darsteller und Sets komplett aus Knetmasse bestehen. Man kennt diese „Claymation“ genannte Technik  zum Beispiel von den „Wallace & Gromit“-Filmen oder auch aus der MTV-Serie „Celebrity Deathmatch“.

Zwar ist der gute alte Doomguy  in dem Falle eine Katze, aber dennoch hat Lee das Flair des Spieles verblüffend gut eingefangen. Und das bedeutet natürlich auch, dass viel rote Knete verwendet wurde.