Das ist schlecht:

„Vampyr“ kann zwar mit einer dichten Atmosphäre aufwarten, doch die Technik dahinter ist auf der PS4 wie auch auf der Xbox One wenig zeitgemäß, wobei wir keinen Unterschied zwischen beiden Plattformen feststellen konnten. Hüben wie drüben erinnert die Mimik der Figuren an Holzpuppen, Texturen sind verwaschen und laden erst spät nach und alle Nase lang bremsen enervierend langen Ladezeiten den Spielfluss.

Wenn man beim Betreten eines Hauses eine gefühlte Ewigkeit warten muss, ist das nicht schön, aber noch zu verschmerzen. Sterbt ihr jedoch im Kampf, kann die darauffolgende Wartezeit gehörig an den Nerven zehren. Vor allem, wenn der Speicherpunkt mal wieder so ungünstig gesetzt ist, dass ihr euch den mitunter viel zu starken Gegnern sofort abermals stellen müsst. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass euch pro Durchgang lediglich ein Autosave-Slot zur Verfügung steht. Das soll sicherlich die Endgültigkeit der getroffenen Entscheidungen unterstreichen, eine manuelle Speicherfunktion wäre uns dennoch lieber gewesen.

Auch eine Schnellreisefunktion haben wir sehr schnell vermisst. Warum man nicht einfach von Unterschlupf zu Unterschlupf warpen kann und ständig weite Wege durch das gegnerverseuchte London auf sich nehmen muss, ist uns ein Rätsel. So kommt es immer wieder zu ungewollten Kämpfen, die trotz des großen Vorbilds „Dark Souls“ nie dessen Klasse und Präzision erreichen.

Dr. Reid reagiert gefühlt einen Tick zu spät auf eure Eingaben und die Lock-on-Funktion springt beim Nachjustieren der Kamera ungewollt von Gegner zu Gegner, was Kämpfe gegen größere Feindesgruppen etwas hakelig macht. Wie beim großen Vorbild könnt ihr die Angreifer notfalls aber auch hier austricksen, indem ihr einfach ein Stück weglauft. Überqueren eure Feinde schließlich eine unsichtbare Linie, lassen sie von euch ab und kehren sie zu ihrem zugewiesenen Ort zurück. Dass sie jedoch nicht reagieren, wenn ihr ihnen dabei in den Rücken fallt, und stoisch ihres Weges gehen, während ihr Schaden austeilt, ist ebenfalls äußerst mysteriös.

Schade zudem, dass man dem Spiel keine deutsche Synchro spendiert hat. Dafür sind die eingedeutschten Untertitel aber immerhin kompetent umgesetzt und die guten englischen Sprecher tragen nicht zuletzt dank der vielen unterschiedlichen Dialekte enorm zur Stimmung bei.

„Vampyr“ ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Blutig, düsteres Action-Rollenspiel für Erwachsene, das mit dichter Atmosphäre und glaubwürdigen Charakteren punktet, aufgrund mäßiger Technik und man-gelnder Komfortfunktionen jedoch viel Potential ungenutzt lässt.