Das ist gut:

Die Handlung des Spieles entblättert sich wortwörtlich in Form eines Tagesbuches vor euch. Jedes der vielen verschiedenen Bilder darin steht für einen Zwischensequenz, welche hauptsächlich über animierten Charakterporträts die vielschichtige Story vorantreibt. Jene richtet ihren Fokus nicht nur auf den Krieg, sondern nimmt sich auch Zeit, die Vergangenheit, den Werdegang und die emotionalen Verhältnisse unter den Figuren zu klären.

Dabei spielt nur ein Teil des stetig wachsenden Trupps eine „Hauptrolle“. Der Rest der Soldaten kann auf dem Schlachtfeld endgültig sterben, was es in den rundenbasierten Kämpfen natürlich zu vermeiden gilt. Dazu bewegt ihr eure Truppenmitglieder wie in einem typischen Action-Spiel manuell, solange es eure Aktionspunkte erlauben oder es taktisch sinnvoll erscheint.

Davor, währenddessen oder danach setzt ihr zum Schuss an, werft eine Granate, heilt euch beziehungsweise eure Kollegen oder repariert euren Panzer. Die Reihenfolge der Aktionen und Figuren ist euch überlassen. Im darauf folgenden Kommando-Bildschirm steht die Zeit dann wieder still, so dass ihr in Ruhe den nächsten Zug planen könnt. 

Klingt simpel, wird mit Blick auf den nach euch agierenden Feind und die begrenzte Anzahl an Zügen aber schnell knifflig. Einfach nur voran zu stürmen bringt den sicheren Tod, weshalb ihr die euch zur Verfügung stehenden Soldatenklassen je nach Bedrohungslage klug einsetzen solltet. Der Aufklärer kann beispielsweise sehr weit laufen, verfügt jedoch über geringe Angriffskraft, Scharfschützen benötigen im Idealfall eine erhöhte Position mit freier Sicht, während die neu hinzugekommene Klasse der Grenadiere mit dem Mörser Flächenschaden auf weite Distanz austeilt.

Angereichert wird das spannende Taktik-Süppchen mit eine Reihe an Befehlen, die es euch zum Beispiel ermöglichen, einen gefallenen Kameraden jederzeit zu evakuieren und dadurch dessen Leben zu retten. Erbeutete oder verdiente Ausrüstung wechselt und verbessert ihr im Hauptquartier, wo ihr zudem die Stärken, Schwächen und persönlichen Vorlieben eurer Leute studiert, um einen möglichst schlagkräftigen Trupp zusammenzustellen. Kämpfen nämlich Freunde Seite an Seite, wird dies im Falle eines Angriffes mit einer Combo belohnt.

Auch optisch hat man sich am Stil des Vorgängers orientiert und inszeniert das gesamte Geschehen in einem stilvollen schraffierten Comic-Look, der innerhalb der Szenarien viel Abwechslung bietet. Für die stimmigen Orchesterklänge zeichnet abermals Hitoshi Sakamoto verantwortlich, der schon die Musik der anderen Serienteile komponierte. Unterm Strich bedeutet das, dass „Valkyria Chronicles 4“ alles in sich vereint, was Teil eins so großartig machte und dazu noch mit mehr Umfang glänzt.