Mit „Tropico 6“ kommt eines der unterhaltsamsten Strategiespiele des Jahres endlich auch für Playstation 4 und Xbox One. Nachdem PC-Zocker sich bereits seit März in Unterdrückung üben, dürfen nun also auch Konsolen-Despoten ihr Volk zum Glück zwingen. Für alle die noch nie von El Presidente gehört haben – dem Machthaber, der im Diktatoren-Quartett als beste Karte gilt – rekapitulieren wir an dieser Stelle noch einmal.

Darum geht’s:

„Tropico“ ist seit jeher das schwarze Schaf in der sonst so seriösen Familie der Aufbau-Strategiespiele. Wie im Genre üblich geht es auch hier vordergründig um den Aufbau einer möglichst reibungslos funktionierenden Zivilisation über den Zeitraum mehrerer Epochen hinweg, dargereicht in Form eines karibischen Kleinstaates mit ordentlich Urlaubsflair. Dazu lasst ihr Häuser bauen, zieht Produktionsstätten hoch, plant eine weitsichtige Infrastruktur, betreibt Diplomatie mit anderen Ländern und kümmert euch um die Belange eurer Untertanen.
Soweit so normal. Im Gegensatz zur Konkurrenz bietet euch „Tropico 6“ eure Machtposition jedoch mit einem dicken Augenzwinkern und einer ordentlichen Prise Sozialkritik feil. Soll heißen, dass ihr zu allerlei schmutzigen Tricks greifen dürft, um euren Staatsapparat am Laufen zu halten. Wer will, kann ungestraft den fiesen Diktator raushängen lassen und sein Volk gnadenlos unterjochen. Einen moralischen Kompass gibt es nicht. Nur die logischen Auswirkungen eurer Taten auf den weiteren Spielverlauf.
Unser Fazit zur PC-Version attestierte „Tropico 6“ seinerzeit, die Reihe um sinnvolle Features bereichert und dem typisch bissigen Humor gekonnt eingefangen zu haben. Auch Grafik und Sound haben uns überzeugt. Den kompletten Test findet ihr hier. Aber wie schlägt sich das Spiel an der Wohnzimmerglotze?

Das ist gut:

Ein Strategiespiel lässt sich mit Maus und Tastatur naturgemäß am besten bedienen. Für den Konsolenport hat man sich in Sachen Steuerung jedoch merklich Gedanken gemacht, so dass ihr nach einer kurzen Gewöhnungszeit auch mit dem Pad recht flott durch die Menüs navigiert. Mit dem linken Stick bewegt ihr dabei euren großzügig bemessenen Cursor über die Karte, der Rechte ist für die Kamera zuständig. Über Radialmenüs habt ihr Zugriff auf eure Werkzeuge, was selbst dann noch komfortabel zu bedienen ist, wenn sich diese in weitere Untermenüs aufgliedern.

Auf den alten Kisten liefern die Macher für das auf beiden Konsolen recht ansehnliche Spiel eine Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde. Auf One X und der Pro dürft ihr wahlweise mit 60 fps in Full HD ran – oder eben mit 30 Bildern pro Sekunde in hochaufgelöstem 4K. Sämtliche Patches, welche die PC-Version in den letzten Monaten verbessert und optimiert haben, sind natürlich von Start weg mit an Bord. Ebenso ein Multiplayer-Modus, der es auch erlaubt, kooperativ zu spielen oder gegen bis zu drei andere Spieler online anzutreten.

Alles in allem haben die Macher einen vorzüglichen Job gemacht, die in dieser Hinsicht rar bestückten Regale der Konsolenwelt um einen enorm spaßigen Strategietitel zu bereichern. Mit Blick auf die in jeder Hinsicht gelungene Umsetzung hat sich das Warten also gelohnt, weshalb wir auch hier unser finales Resümee zur PC-Version nur wiederholen können: „Tropico 6“ macht auch auf Konsole richtig Laune!

"Tropico 6" ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.