‘Total war’ schickt seit über 16 Jahren Millionen von Spielern in epische Schlachten und zählt zu den besten Strategiereihen der Welt. Der britische Entwickler Creative Assembly hatte bis dato in seinen neun Ablegern coole historische Settings auf Lager, die vom japanischen Imperium bis hin zu Attilas Hunnenstaat reichen. Doch mit dem neuen Teil gibt es die totale Fantasy rund um das gigantische ‘Warhammer’-Universum auf den Taktikschlachtfeldern. ‘Warhammer’ gehört übrigens seit 1983 zu den bedeutendsten Tabletop-Games der Welt und wurde auch schon einige Male als Vorlage für diverse Games benutzt. Nun also in der ‘Total War’-Reihe, was wir uns nicht haben entgehen lassen. Drum sind wir in die Welt der Zwerge, Orks und Goblins gereist, haben unseren Mann gestanden und die blutrünstigen Schlachten überlebt. In unserem Test verraten wir euch, weshalb ‘Warhammer’ ein echter Kriegshammer geworden ist!

Darum geht’s:

Natürlich bleibt es beim Spielprinzip so, wie man es in der ‘Total War’-Reihe gewohnt ist – also einem Mix aus Reichsverwaltung sowie echtzeitbasierter Taktikschlacht. Das Ganze wurde wirklich beeindruckend in die düstere, unzähmbare Welt ‘Warhammers’ eingebunden, sodass sich (vor allem atmosphärisch) sowohl Fantasy-Fans als auch Anhänger des Tabletop-Universums direkt wie zu Hause fühlen. Wenn zum Beispiel die Orks und Menschen in die Schlacht ziehen, und sich mit gigantischen Armeen auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen, fühlt man sich an Szenen aus ‘Herr der Ringe’ erinnert. Also hier platzt Fantasy wirklich aus allen Nähten. Gleiches gilt für die Story, die wir nur kurz anreißen wollen. Die Macher haben sich auf vier Fraktionen beschränkt: das menschliche Imperium, die Grünhäute, Zwerge sowie Vampirfürsten. Natürlich kann sich keiner von ihnen so wirklich leiden, weshalb in der verrückten Welt Krieg um Ländereien und die absolute Macht herrscht. Als wäre das nicht schon genug, marschiert aus dem Norden eine finstere Bedrohung heran – das Chaos.

Das ist gut:

Egal, für welche Fraktion man das Schwert schwingt, die Kampagne samt der packenden Storyline generiert grandiosen Taktikspaß mit individuellen Spielmechaniken. Rollenspielcharakter besitzt das Game auch, bezogen auf das Leveln der Helden in den ausgeklügelten Skill-Bäumen, die man zudem mit reichlich Waffen und Rüstungen aufwerten kann. Ebenfalls gefallen die Quests auf der obligatorischen Weltkarte, die mit 140 unterschiedlichen Regionen immens groß ist. Auch dass man wie immer rundenbasiert unterwegs ist, macht weiterhin viel Laune, bleibt so doch stets genügend Zeit, sich einen Kopf um das Reich sowie Armeen zu machen. Für den Auf- und Ausbau des eigenen Imperiums müssen neue Technologien erforscht, die eigenen Städte mit Gebäuden erweitert sowie Einheiten rekrutiert und Armeen aufgebaut werden. Zudem muss man sich um sämtliche wirtschaftlichen Belange kümmern. Dazu gehört auch, das Volk bei Laune zu halten und mit anderen Mächten Diplomatie und Handel zu betreiben. Das alles biete jede Menge Tiefgang, aber selbst Neueinsteiger werden schnell mit den ‘Total War’-Mechanismen warm. Gigantisch wird es aber vor allem in den Echtzeitgefechten, wofür die ‘Warhammer’-Fantasy-Vorlage prädestiniert ist.

Was aber am besten gefällt ist, dass sich die Völker in Bezug auf Einheiten, Taktiken sowie Eigenheiten total unterscheiden. Das Imperium besitzt eine Streitmacht von Zauberern, hat starke  Artillerieeinheiten sowie Kavallerie mit Greifenrittern und Reichgarde. Außerdem schickt es Hellebardiere, Musketenschützen oder Zweihandschwertkämpfer in die Schlacht. Die Grünhäute, also Orks und Goblins, sind ausdauernde Nahkämpfer und präsentieren eine gefährliche Horde mit Riesentrollen oder Panzerschweinen, die unterstützt wird von Katapulten und Wolfsstreitwagen. Zwerge verzichten gänzlich auf Magie und bauen auf ihre enorme Feuerkraft, den Reichweitenvorteil sowie auf neue Technologien. Die Vampirfürsten agieren gerne mit wiederbelebbarem Kanonenfutter wie Zombies oder Skeletten. Ihre Armee setzt sich aus allerhand Horrorkreaturen zusammen – darunter auch mächtige untote Drachen oder Nachtmahre, die nun erstmalig spektakuläre Luftkämpfe ins Spiel bringen.

Fazit: Ach, wir könnten noch so viel Gutes über die Fusion der Strategiereihe mit dem ‘Warhammer’-Kosmos schreiben, aber das würde wahrlich unseren Rahmen sprengen. Wobei das auch gar nicht nötig ist, denn ‘Total War: Warhammer’ ist letztendlich ein riesiges Spielvergnügen für alle Taktikfüchse und Strategen, die gerne im Fantasy-Szenario in die Schlacht ziehen. Grafisch schaut das Game wirklich top aus – und noch wichtiger: Die Atmosphäre passt. Dazu das altbewährte, geniale Spielprinzip gepaart mit ein paar klugen Neuerungen und fertig ist der erneute Genrekönig. Ja, ein echter Kriegshammer, der für die nächsten Monate in eine tolle ‘Warhammer’-Welt reißt und euch etliche Nächte kosten wird!