Das ist gut:

Unter dem Vorwand, dass die Nähe zum schwarzen Loch Auswirkungen auf das Gefüge von Raum und Zeit hat, verändert sich nach jedem Ableben der Grundriss des prozedural generierten Schiffes, so dass ihr ganz Rogue-like eure Mission quasi immer wieder von vorne beginnt. Klingt frustrierend, ist es aber nicht, da ihr bei jedem Durchlauf garantiert Ressourcen findet, um eure Waffen und die Fähigkeiten eures immer wieder neu gedruckten Körpers dauerhaft zu verbessern. Da auch die Missionsfortschritte erhalten bleiben, kommt ihr eurem Ziel mit jedem neuen Anlauf ein Stück näher und werde währenddessen stärker und stärker.

Das ist allerdings auch bitter nötig, denn die Feinde machen es euch gerade zu Beginn des Spieles alles andere als leicht. Ohne durchschlagskräftiges Arsenal solltet ihr euch also zunächst einmal auf Samtpfötchen bewegen. Habt ihr euch dann dergestalt von hinten an einen Mutanten herangeschlichen, könnt ihr diesen mit einem speziellen Gerät meucheln und dabei  ganz besonders viele Stammzellen einsacken, die ihr für das Aufwerten eurer Figur benötigt. Wird der Feind hingegen auf euch aufmerksam, könnt ihr dessen Angriffe mit einem Schild parieren oder einfach direkt mit den euch zur Verfügung stehenden Mitteln angreifen.

Und derer gibt es verblüffend viele. Die diversen Schießeisen und Nahkampfwaffen lassen sich dazu noch ebenso upgraden wie die verschiedenen Granatentypen und Zusatzfähigkeiten, so dass ihr bald schon nicht mehr aufs Schleichen angewiesen seid, was aber natürlich stets eine eintragsreiche Option darstellt. Werdet ihr dennoch erwischt, retten euch lediglich die zufällig verteilten Medipacks – einen regenerativen Schutzschild gibt es nicht – die ihr jedoch nicht horten, sondern nur direkt verwenden könnt. Gewöhnt euch also an den Gedanken, oft zu sterben.

Da ihr stets besser werdet, ist die Motivation nach jedem Ableben dennoch ungebrochen hoch, so dass „The Persistence“ auch als normales Spiel gut funktionieren würde. In VR kommt der Horror-Aspekt aber natürlich erst so richtig rüber. In bester Alien-Manier schleicht ihr angespannt durch dunkle Gänge, um euch herum ächzt und stöhnt der vom schwarzen Loch gepeinigte Stahlkoloss, während in irgendeiner Ecke ein Mutant wie wahnsinnig vor sich hin brabbelt. Eine derart dichte Atmosphäre schafft eben nur die virtuelle Realität.

„The Persistence“ ist aber nicht nur herrlich schaurig und technisch äußerst ansehnlich inszeniert, sondern hat mit sieben bis zehn Stunden Spielzeit auch noch ordentlich Fleisch auf den Rippen. Für längere Sessions lässt sich die VR-Erfahrung dank diverser Einstellungsmöglichkeiten individuell auf jeden Magen anpassen. Gesteuert wird ausschließlich klassisch mit dem Pad, eine für ein VR-Titel fast schon obligatorische Teleportfunktion ist als sinnvolles Spielelement ebenfalls mit an Bord.