Das ist gut:

Dazu gehört eine besondere Form des Doppelsprunges, der nämlich nur dann gelingt, wenn ihr in der Luft etwas mit eurem Schwert trefft. Sei es einer der überall verteilten Container (Castlevania lässt grüßen) oder auch ein Gegner, bzw. eines seiner Projektile. Daraus ergeben sich interessante und fordernde Sprungpassagen sowie ein ganz besonderer Flow beim Durchqueren der sich in alle Himmelsrichtungen erstreckenden Areale.

Vom kuttentragenden Ladenbesitzer erhaltet ihr im Laufe des Abenteuers immer wieder neue Fähigkeiten, wie einen Wingsuit zum Gleiten und einen Kletterhaken. Mittels in den Levels gesammelter Zeitscherben erwerbt ihr außerdem noch Upgrades, zum Beispiel für mehr Lebensenergie oder Shurikens, die mehr als einen Gegner treffen. Habt ihr schließlich den vermeintlichen Endboss gekillt, öffnet sich die Spielwelt und aus dem gradlinigen Plattformer wird plötzlich ein waschechtes Metroidvania mit coolem Zeitreise-Feature.

Der Clou dabei: Indem ihr Dimensionsportale durchschreitet, öffnen sich nicht nur neue Wege, die ohnehin schon äußerst liebevoll gestaltete 8-Bit-Grafik wechselt plötzlich in den höheren Detailgrad der 16-Bit-Ära. Aber ob NES- oder SNES-Look, die Optik ist durchweg eine Schau. Vor allem die coolen Endgegner sind grandios in Szene gesetzt. Der ohrwurmige Chiptunes-Sound passt da natürlich wie die Faust aufs Auge und lässt euch noch lange die Melodien vor euch hin summen.

Die Steuerung ist indes genauso punktgenau wie der grandiose Humor, der an dieser Stelle ein ganz besonderes Lob verdient. Derart ulkig geschriebene Dialoge, deren selbstreferenzieller Witz uns mehrmals hat laut lachen lassen, sind uns lange nicht mehr untergekommen. Versucht einfach mal, den Schrank des Ladenbesitzers zu öffnen. Und wenn der knuffige Dämon, der im Falle eures Ablebens gegen Gebühr für Wiederbelebung sorgt, euch mit einem „Wenn das jemand sieht, sag einfach, das kommt durch die ‚Eingabeverzögerung‘“ rügt, kann man gar nicht anders als „The Messenger“ zu mögen.

Das ist schlecht:

Leider verliert das schwungvolle Gameplay mit dem Wechsel ins Metroidvania-Genre in der zweiten Spielhälfte etwas an Drive. Die Zoten werden seltener, die Endbossfrequenz ist niedriger getaktet und das Backtracking ermüdet. Zudem könnten die Standardgegner vielfältiger sein und mehr Checkpoints kämen Zockern jenseits der 30 auch zupass.

„The Messenger“ ist ab sofort für Nintendo Switch und PC erhältlich.

Unser Indie-Geheimtipp des Jahres! Ungemein charmant inszenierte Hommage an die Ninja-Plattformer der 8- und 16-Bit-Ära mit fetziger Chiptunes-Mucke, präziser Steuerung und treffsicherem Humor.