Uff, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Erst recht, weil die Lock-on-Funktion erst sehr nah am Gegner greift. Als diese Form der Steuerung dann aber erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen war, spielte sich „Skyward Sword“ tatsächlich deutlich entspannter im Vergleich zur Bewegungssteuerung. Optimal ist die Knopfvariante deshalb aber noch lange nicht.

Inhaltlich hat sich ansonsten nichts getan. Was ein wenig schade ist, denn die lange Spielzeit wird durch viele, aufgesetzt wirkende Sammelaufgaben teuer erkauft. Zudem gibt es neben dem Wolkenhort als Hub-Gebiet lediglich drei zu bereisende Welten: einen Wald, einen Vulkan und eine Wüste. Diese Gebiete besucht ihr im Laufe des Spieles mehrfach, wobei frisch erworbene Gegenstände oder Fähigkeiten neue Wege öffnen.

Der eine mag dies als charmante Metroidvania-Einlage betiteln, wir benutzen lieber das Wort „Backtracking“, eine Gamedesign-Entscheidung, die schon immer einen bitteren Beigeschmack hatte. Die Krönung ist eine Sequenz, in welcher wir sogar einen Dungeon abermals durchlaufen mussten, in welchem dann plötzlich zuvor geöffnete Türen wieder verschlossen waren. Elegant ist das nicht.

Keine Frage: Das grundsätzliche Leveldesign ist abermals meisterhaft. Einige der Dungeons und Endbosse zählen zurecht zu dem besten der Seriengeschichte, der Weg dorthin ist selber schon mit spannenden Aufgaben und Herausforderungen gespickt. Der starke Ersteindruck verwässert jedoch spätestens, wenn man ein Gebiet zum dritten Mal betritt.

Lasst euch davon aber bloß nicht abschrecken. „Skyward Sword“ mag nicht der beste oder denkwürdigste Zelda-Ableger sein, es ist aber immer noch ein verdammt gutes Spiel, welches sich trotz seiner Macken auf keinen Fall verstecken muss. Die Motivation bleibt bei aller Länge groß, und die typische Zelda-Magie zieht einen sowieso von Anfang an in ihren Bann. Die Auswahl der Werkzeuge, die euch zur Verfügung gestellt werden, ist zwar überschaubar, dafür aber wohlweislich gewählt und sorgt in Zusammenhang mit den tollen Rätseln immer wieder für freudige Aha-Momente.

Auf der technischen Seite freuen wir uns einerseits über eine saubere Bildrate mit 60 fps, andererseits wirken vor allem die Umgebungstexturen in HD verwaschen. Das gibt dem Spiel wohlwollend formuliert einen dezent „aquarellartigen“ Look, so wirklich gut gealtert ist es im Vergleich zum zeitlosen „The Wind Waker“ jedoch nicht.

Zwar kommt zum Beispiel im Wald eine durchaus märchenhafte Stimmung auf, einer Wüste ist aber schon in AAA-Grafik nicht wirklich viel Schauwert abzugewinnen. Auch das eigenwillige Charakterdesign muss man freilich nicht mögen, charmant sind die Bewohner der Welt von „Skyward Sword“ aber allemal.

Fazit:

Historisch wertvoll. Inhaltlich unangetastet bessert Nintendo das kontroverse Original neben ein paar neuen Komfortfunktionen vor allem in Sachen Technik und Steuerung nach. Grafisch läuft es nun butterweich, die höhere Auflösung verdeutlicht das Alter jedoch eher, anstatt es zu kaschieren. Die optionale Knopfsteuerung ist gewöhnungsbedürftig und noch lange nicht optimal, sollte aber auch Bewegungssteuerungs-Muffel vertrösten. Somit kann nun jeder eine bei Weitem nicht perfekte, aber immer noch verdammt gute Zelda-Episode nachholen, welche in ihren besten Momenten richtig hell strahlt und das in den schlechtesten Momenten zähe und zur Wiederholung neigende Spieldesign vergessen macht.

„The Legend of Zelda: Skyward Sword HD“ ist exklusiv für Nintendo Switch erhältlich.