Das ist gut:

Wer Link nur aus dem spektakulären „Breath of the Wild“ kennt, wird die isometrische Optik von „Link’s Awakening“ womöglich als eine Art Rückschritt empfinden, dass diese aber irre charmant ausgefallen ist und fantastisch aussieht, wird wohl keiner leugnen können. Zumal man sich diesbezüglich natürlich an der Perspektive des Originals orientiert hat und jene mit moderner 3D-Technik und schicken Effekten in ein herrlich plastisches Diorama voller lebendiger Details verwandelt hat.

Auch die Musik wurde mit neu arrangierten orchestralen Klängen gekonnt in die Neuzeit gehievt, und triggert direkt das Nostalgiezentrum im Hirn der Kenner des Originals. Jene finden sich auf Cocolint dann auch sofort zurecht. Alles ist genau da, wo es sein sollte. Dennoch haben es sich die Macher nicht nehmen lassen, hier und da behutsam Hand anzulegen.

Als Erstes springt ins Auge, dass die Oberwelt – welche ihr auf den Game Boy noch Bildschirm für Bildschirm bereist habt – nun nahtlos scrollt. Zudem lassen sich in dieser mehr Herzteile und Zaubermuscheln finden, welche ihr braucht, um ein mächtigeres Schwert freizuschalten. Bei dem Gedanken an die Klinge dürften sich alte Hasen nun wohl direkt unangenehm an das mühselige Inventarmanagement der Vorlage erinnert fühlen, doch auch diesbezüglich wurde Abhilfe geschaffen.

Der Game Boy hatte nun mal nur sehr wenige Knöpfe, weshalb ihr eure Ausrüstung dort alle paar Meter über das Menü anpassen musstet. Auf der Switch sind den wichtigsten Gegenständen – Schwert, Schild, Kraftarmband und Pegasus-Stiefel – nun aber feste Buttons zugewiesen, was dem Spielfluss natürlich enorm zugutekommt.

Neu sind auch die aus anderen Serienteilen wohlbekannten Feen-Flaschen, auch wenn es dieser ob des eher niedrigen Schwierigkeitsgrades eher selten bedarf. Wer es etwas härter braucht, versucht sich direkt am neuen Helden-Modus, bei dem ihr deutlich weniger Heilungs-Herzen findet und die Gegner mehr Schaden verursachen.

Erfreulich ist außerdem, dass man so viel Sorgfalt hat walten lassen, ein paar Programmierfehler zu entfernen und so manch befremdlichen Text anzupassen. Da die Neuauflage auf der Version für den Game Boy Color basiert, könnt ihr zudem den eigens dafür entworfenen Farb-Dungeon erkunden. Der Foto-Modus fiel zwar weg, dafür treibt sich nun Totengräber Boris auf Cocolint herum, und gewährt euch Zugriff auf den Kammerlabyrinth-Modus, bei dem ihr eigene Dungeons basteln dürft.