Wir Männer mögen bekanntlich manchmal ja die etwas härtere Gangart in Spielen sehr gerne. Manche Arten von Videospielen sind aber heutzutage eher selten. Das gilt besonders für Horrorspiele. Das dachte sich auch der japanische Resident-Evil-Erfinder Shinji Mikami und hat die Videospielreihe kurzerhand hinter sich gelassen, um die Welt mal wieder so richtig das Fürchten zu lehren! Dabei herausgekommen ist The Evil Within, das am 24.10.2014 für PC, Xbox 360, Xbox One, PS3 und PS4 erscheint. Wir konnten das Gemetzel bereits anspielen und verraten euch, ob sich das Warten lohnt.

Darum geht's:

In der Story übernehmen Spieler die Rolle von Sebastian Castellanos. Der ist nicht euer freundlicher Gyrosmann um die Ecke, sondern ein abgehärteter New Yorker Bulle. Eines Tages wird Sebastian mit seinen beiden Partnern zu einem Mordschauplatz gerufen, wo mitten am Tag jemand die Lobby eines Krankenhauses in ein Schlachthaus verwandelt hat. Keiner hat etwas gehört oder gesehen. Ein Blick auf die Sicherheitskameras zeigt aber einen Vermummten mit Kapuzenpullover, der anwesende Sicherheitskräfte und Zivilisten mit magischen Kräften abschlachtet. Warum das alles? Hat dieser Schlächter tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten? Ist er überhaupt ein Mensch!? Auf der Suche nach Antworten durchlebt Sebastian ab da einen blutigen Trip aus dämonischer Besessenheit, alptraumhaften Wahnvorstellungen und bizarren Monstern und Experimenten, um den ominösen Massenmörder zur Strecke zu bringen.

Das ist gut:

Bis auf die Vorgeschichte ist von der Handlung des Spiels nicht wirklich etwas bekannt. Auch in der Anspielsession im Bethesda-Büro bekamen wir nur einen kleinen Teil des Spiels (Teile von Kapitel 4 und 8 der Handlung) zu sehen. Gleich zu Anfang fällt aber auf, dass sich The Evil Within angenehm von den aktuellen Trends im Genre abhebt. Viele Titel dieser Art leben davon, dass der Charakter eher hilflos durch düstere Gänge irrt und vor allem und jedem davon läuft. Castellanos ist allerdings kein Weichei, das sich in Schränken versteckt, sondern ein Cop. Er hat deswegen Revolver, Schrotflinte und eine spaßige Armbrust als Lebensversicherung im Gepäck. Besonders letztere war beim Anspielen sehr cool! Man kann in der Umgebung diverse Bauteile finden, mit denen Sebastian verschiedene Munitionstypen herstellt. Etwa Eisgeschosse mit Stickstoff oder Starkstrombolzen, die viele Gegner gleichzeitig betäuben, wenn die Munition knapp wird. Und das ist sie eigentlich immer. Die meisten Gegner sterben nur auf zwei Arten – entweder man zündet sie an, wenn sie reglos am Boden liegen oder man bläst ihnen direkt den Kopf weg. Aber auch sonst tun die Entwickler ihr Bestes, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht und die bisher gezeigte Handlung steckt voller Wendungen. Die Schockmomente sorgen für Herzrasen und dazwischen gibt es hin und wieder fordernde, aber durchweg logische Rätsel.

Das ist schlecht:

Soweit sich das nach dem Anspielen beurteilen lässt, hat The Evil Within zwei Schwachstellen, aber die sind reine Geschmacksfrage: Es ist nachvollziehbar, dass der Job als Polizist in New York kein Zuckerschlecken ist. Natürlich geht das nicht spurlos an einem vorbei und Sebastian legt deswegen auch eine gewisse professionelle Härte an den Tag. Wie gesagt: Hier geht es nicht um irgendeinen Weichling ohne Rückrat. Wenn er aber mit ansieht, wie eine bluttriefende, nackte Dame mit vier Armen gerade aus den Gedärmen einer Leiche klettert, sofort angreift und nichts weiter kommt als ein „Fuck! Was soll das denn!?“, wirkt das unfreiwillig komisch. Außerdem ist das Spiel unfassbar blutig! Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bei all der Brutalität die beklemmende Atmosphäre nicht vernachlässigen. Solche Szenen machen eben nur Angst, wenn es dazwischen auch Verschnaufpausen gibt.

Wir sind guter Dinge, dass den Entwicklern ein echter Horror-Genuss gelingt und sehnen den Release sehnsüchtig herbei. Sicher kein Titel für Vorwärtseinparker, aber umso mehr für Kerle mit starken Nerven. The Evil Within hat das Potential, die große neue Hausnummer im Survival-Horror zu werden!