„The Elder Scrolls V: Skyrim“ ist eines der besten Rollenspiele aller Zeiten. Große Worte, hinter denen eine noch größere Fangemeinde steht. Um die 30 Millionen Spieler weltweit haben bereits ihre Bestimmung als Drachenblut erfüllt und es werden immer mehr. Das ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass das mehrfach preisgekrönte Original bereits 2011 erschien. 2016 folgte eine Neuauflage in HD und in diesem Jahr, werden wir mit gleich zwei neuen Versionen beglückt: Einmal für die Switch und einmal für Playstation VR. Wir haben uns das Spiel auf den beiden Plattformen jeweils näher angeschaut und verraten euch, ob sich ein weiterer Ausflug nach Himmelsrand lohnt.

Darum geht’s:

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass unter unseren videospielbegeisterten Lesern jemand dabei sein sollte, der „Skyrim“ nicht kennt: In dem Mammut-Rollenspiel durchstreift ihr mit einem selbst erstellten Charakter wahlweise in Ego- oder Third-Person-Perspektive die namensgebende Provinz Himmelsrand. Diese wird nicht nur von einem Krieg, sondern zu allem Übel auch noch von Drachen heimgesucht. Wie es sich für einen Fantasy-Plot gehört gibt es dazu natürlich eine Weissagung, welche die Ankunft des „Dovahkiin“, des Drachenblutes ankündigt, der vom Schicksal dazu auserkoren wurde, Alduin den Weltenfresser zu töten. Und das seid natürlich ihr.

So klar das Ziel umrissen ist, so komplex der Weg dahin. Neben der eigentlichen Hauptquest gibt es so dermaßen viel zu tun, dass euch das Spiel locker 100 bis 200 Stunden eurer Zeit abverlangt. Was ihr tut, ist eure Sache, ebenso wie ihr es tut. Jedoch wird jede Fähigkeit, die ihr häufig zum Einsatz bringt immer weiter aufgewertet, während vernachlässigte Talente brach liegenbleiben. Wer häufig mit einer einhändigen Waffe kämpft, wird in dieser Disziplin schnell im Level aufsteigen und umso härter austeilen. Wer viel zaubert, wird ein mächtiger Magier und so weiter und so fort.

Im Zuge dieses Artikels erneut auf alle Facetten des Spieles einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Gesagt sei an dieser Stelle nur noch, dass sowohl „Skyrim“ auf der Switch als auch auf Playstation VR die drei bisher erscheinen Erweiterungen „Dawnguard“, „Hearthfire“ und „Dragonborn“ beinhaltet. Der Winter kann also kommen. Und nein, das bezieht sich nicht auf eine gewisse andere Franchise.

Skyrim zum Rausgehen

Da es inhaltlich keine Veränderungen zum ursprünglichen Spiel gibt, zählen bei der Switch-Version eigentlich nur zwei Fragen: Wie sieht es aus und wie steuert es sich?

Dass Himmelsrand auf der kleinen Nintendo-Kiste nicht ganz so umwerfend aussehen kann, wie die im letzten Jahr auf Xbox One und PS4 erschienene Special Edition, liegt aufgrund der geringeren Auflösung auf der Hand. Schicker als das Original ist es aber immer noch. Alleine schon deshalb, weil ihr auf der Switch von den damals so leidigen Einbrüchen in der Bildrate verschont bleibt. Zudem erscheint das Bild im Handheld-Modus der Konsole ganz besonders knackig. Auf dem großen Fernseher wird die Last-Gen-Herkunft dann dafür aber umso deutlicher. Speziell die Charaktermodelle und Animationen sind unübersehbare Altersflecken eines sechs Jahre alten Spieles. Allerdings galt dies auch für die Version auf PS4 und Xbox One.

In Sachen Steuerung habt ihr die Wahl, zum Pro-Controller zu greifen, mit angeschlossenen oder mit abgenommenen Joy-Cons zu zocken. Das ursprünglichste Spielgefühl habt ihr logischerweise mit dem Pro-Controller, welcher die bekannte Pad-Steuerung übernimmt. Im Wesentlichen gilt dies auch für die Steuerung via angedockter Joy-Cons, die uns tatsächlich sogar einen Ticken flinker erschien.

Wer dagegen Lust auf Bewegungssteuerung hat, nimmt die Joy-Cons einfach ab und dellt seinen Gegnern mit einem lockeren Schwung aus dem Handgelenk den Helm ein. Allerdings reagiert unser Alter Ego im Spiel nicht immer so wie wir es möchten, weshalb wir dieses Feature nur eingeschränkt empfehlen können. Das Zielen mit Fernkampfwaffen geht mit der Bewegungssteuerung wiederum äußerst gut und präzise von der Hand. Wir haben dieses Feature jedoch nicht allzu lange benutzt, und „Skyrim“ hauptsächlich im Handheld-Modus mit angedockten Controller gezockt.

Unterm Strich steht, dass „Skyrim“ auf der Switch zwar recht angestaubt daherkommt, es sich dabei aber nach wie vor um ein äußerst spielenswertes und fesselndes Rollenspiel handelt, das auch nach all der Zeit nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Erst recht, da ihr diese gigantische Welt nun überall hin mitnehmen könnt. Unterwegs ein paar Dungeons zu durchstöbern, macht eine lange Zugfahrt doch gleich sehr viel attraktiver. Dass so etwas überhaupt möglich ist, hätten wir uns anno 2011 auch nicht zu träumen gewagt.

Skyrim zum Reingehen

Mit der Umsetzung von „Skyrim“ haut Bethesda mal eben den größten Titel für Sonys VR-Brille raus. „Resident Evil 7“ hat bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sich auch „vollwertige“ Spiele in VR durchzocken lassen, so man denn einen gefestigten Magen mitbringt. Und der wird angesichts der schieren Größe des Rollenspiels natürlich reichlich beansprucht.

Um Übelkeit vorzubeugen habt ihr diverse Möglichkeiten, das Spiel eurer Empfindsamkeit entsprechend anzupassen. Justierbare Filter schränken bei Bedarf das Sichtfeld bei Bewegungen ein, die Drehungen lassen sich schrittweise oder für Hartgesottene gänzlich fließend einstellen. Habt ihr die Einstellung gefunden, die euch am Ehesten zusagt, geht es mit der klassischen Pad-Steuerung zu wie gehabt. Nur dass nun eben euer Kopf eure Blickrichtung vorgibt. Das macht insbesondere beim Zielen Sinn, beansprucht aber beim Blick nach unten auf Dauer etwas den Nacken, wenn ihr das sehr tief gelegene Radar nutzen oder am Boden liegende Gegenstände aufheben wollt. Der rechte Stick dient lediglich dem Drehen eures Körpers und erlaubt keine Anpassungen des Blickfeldes in der Vertikalen. Das Spielen in der Third-Person-Perspektive ist in VR übrigens nicht möglich.

Alternativ greift ihr zu den Move-Controllern. In dem Falle ist die Immersion ungleich höher, da ihr eure Hände frei bewegen könnt. Ähnlich wie mit den Joy-Cons schwingt ihr eure Äxte, Hämmer und Schwerter, reißt den Schild zum Schutz hoch und müsst sogar vor dem Schießen mit dem Bogen einen Pfeil auflegen. Dafür müsst ihr jedoch Einbußen in der Beweglichkeit hinnehmen, da die Move-Controller bekanntlich über keinen Analogstick verfügen. Entweder ihr teleportiert euch immer wieder einige Meter weit oder ihr richtet den linken Controller bei gedrückter Move-Taste in die Richtung eurer Wahl, um euch entsprechend zu bewegen. Für Drehungen nach links und rechts sind weitere Knöpfe reserviert.

Das Ganze funktioniert eher schlecht als recht und erfordert einiges an Einarbeitungszeit. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass selbst das profane Schlösserknacken mit den Move-Controllern gleich mal eine Nummer cooler rüberkommt. Letzen Endes sind wir bei der klassischen Steuerung geblieben, da sich die eingeschränkte Bewegungsfreiheit mit den Move-Controllern der Kampfdynamik auf Dauer als äußerst abträglich erweisen hat.

Aber selbst mit dem Pad in der Hand ist das Mittendrin-Gefühl in VR eine Wucht. Ihr schwebt wie ein riesiger Gott über der Karte von Himmelsrand, steht inmitten des euch umgebenden Fähigkeiten-Sternenhimmels und kommt den Drachen so nah wie nie zuvor. Technisch gesehen habt ihr es aufgrund der Hardware-Einschränkungen zwar mit der grafisch schwächsten Version zu tun, eine derart komplexe Welt in dieser neuen Dimension zu erkunden, macht dieses Manko unserer Meinung nach jedoch mehr als wett. 

Ein Beispiel aus den ersten Spielminuten: Zunächst ärgerten wir uns darüber, dass man während der Charaktererstellung nicht an seine Figur heranzoomen kann, um sich sein Werk genauer zu betrachten. Bis uns dann einfiel, dass dies in VR ja gar nicht nötig ist. Wir beugten uns also einfach nach vorne und begutachteten unseren Dunkelelfen staunend aus allernächster Nähe. Einige Stunden später war es fast schon selbstverständlich, sich weit über eine Brüstung oder um Ecken zu lehnen, um die Lage zu sondieren.

Solltet ihr mit VR also nicht unbedingt auf Kriegsfuß stehen und nach vollwertiger Spieleunterhaltung für eure Brille lechzen, können wir für „Skyrim“ eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Selbst wer den Titel schon rauf und runter gespielt hat, wird Himmelsrand in VR ganz neu erleben. Eine gewisse Toleranz für das allgegenwärtigen Kantenflimmern, die schwachen Texturen und die vielen Clipping-Fehler sowie einen stabilen Magen vorausgesetzt.