Sind wir mal ehrlich, liebe Männer: Wir lieben es groß, opulent und episch. Wenn wir von virtuellen Rollenspiel-Reihen reden, dann kommen wir nicht an der Elder-Scrolls-Reihe vorbei. Seit bereits zwanzig Jahren begeistert uns die Serie auf verschiedenen Systemen und im April erscheint nun das erste MMO aus dem Hause Zenimax. Wir haben eine erste Reise nach Tamriel gewagt, um zu schauen, ob die Elder-Scrolls-Reihe auch als Online-Rollenspiel bestehen kann.

Darum geht’s:

Zugegeben: Eine gute Story bei einem Online-Rollenspiel ist wie hübsche Unterwäsche bei einer schönen Frau. Schmückendes Beiwerk, aber sonst doch nur sekundär wichtig. „TESO (The Elder Scrolls Online)“ setzt auf die Urinstinkte von uns Männern: Jagen und sammeln. Aus neun Rassen und vier Klassen erschaffen wir uns unseren Charakter, erforschen die Welt Tamriel und setzen alles daran, durch neue Items und das Leveln unserer Charakters besser zu werden. Durch verschiedene (sehr gut gestaltete) Quests, Herausforderungen und Kämpfe erkunden wir so nach und nach diese opulente Welt.

Das ist gut:

Bei „TESO“ zeigt sich klar und deutlich, dass die Welt der eigentlich Star im Spiel ist. Unterschiedlichste Regionen aller Klimazonen wollen erforscht werden, es gibt an allen Ecken  etwas zu entdecken und die Fantasy-Welt fühlt sich mit ihren etlichen Quests und Hintergrundinfos, die man in Büchern entdecken kann, sowohl authentisch wie auch fantastisch an. Hinzu kommt, dass man Wert darauf legt, die Aufgaben für den Spieler spannend zu gestalten. Die Quests sind mit tollen Storyelementen gespickt und verkommen nicht zu Sammelwut-Beschäftigung nach dem Motto: Hole 30 Spinnenbeine, aber beachte, dass nur jede fünfte Spinne mal ein Bein verliert – danke Zenimax!
Zudem ist man auch alleine gut unterwegs und so fühlt sich „TESO“ an wie ein noch größeres Skyrim, das man, wenn man denn Lust hat, auch mit Freunden gemeinsam spielen kann.

Das ist schlecht:

Man muss fairerweise sagen, dass „TESO“ das erste MMORPG von Zenimax ist und man dies leider noch an einigen Ecken spürt. Das Gruppenspiel ist noch unausgegoren und man merkt, dass hier noch etliche Komponenten und Optionen fehlen. Wie wird das Gildensystem aussehen, wie viel kann man gemeinsam letztendlich machen und erleben? Hier tun sich noch etliche Fragezeichen auf. Allerdings ist dies Klagen auf hohem Niveau, denn letztendlich reden wir über eine Betaphase, so dass sich im finalen Spiel sicher noch einiges tun wird.

Nach etlichen Stunden Spielzeit und einem Charakter auf Level 22 muss ich zugeben, dass mich „TESO“ ziemlich gepackt hat. Je höher mein Charakter aufsteigt, umso mehr Spaß macht mir das Spiel. Noch ein Level, noch eine Quest – und hinter mir steht die motzende Freundin, die meint: „Das hast du schon vor drei Stunden gesagt!“. Keine Frage: Es gibt an einigen Ecken und Enden noch viel zu tun, aber die Beta hat mir vor allem gezeigt, dass das Grundgerüst auf stabilen Pfeilern steht und meine Freundin im April noch einige Male mehr etwas zum Motzen haben wird.