Die Anforderungen an ein Spiel, welches das magische Wörtchen „Loot“ in der Genre-Bezeichnung trägt, sind enorm. Natürlich wiegen Design-Fehler in jedem Game schwer, doch um eine zünftige Beute-Hatz dauerhaft motivierend zu gestalten, bedarf es der Feinjustierung an einer ganzen Klaviatur von Stellschrauben. Hier wird zu wenig Loot ausgeschüttet, dort zu viel, mal ist der ganze gesammelte Tinnef frustrierend nutzlos und am schlimmsten ist es, wenn es nach der üblichen Pseudo-Kampagne nix mehr zu tun und zu finden gibt. Jeder Start eines neuen Loot-Shooters wird entsprechend kritisch beäugt, da es (zu) viele schon versemmelt haben. Und dann kam „The Division 2“.

Darum geht’s:

Seit dem Ausbruch der Dollar-Grippe, welche die amerikanische Zivilisation brutal auf die Knie gezwungen hat, sind mittlerweile sieben Monate vergangen. Nach wie vor marodieren durchgeknallte Gangster-Banden und militante Aggressoren durch das Land und schießen Blei ins Getriebe des geordneten Neuaufbaus. In Washington D.C. will man sich das nicht länger bieten lassen und ruft die Agenten der Division zu Hilfe. Getreu dem Motto: Also, wenn sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, suchen sie doch das A-Team.

Also gestaltet ihr euch zu Beginn des Spiels, im überraschend potenten Charakter-Editor, einen wahlweise männlichen oder weiblichen Agenten und macht euch direkt auf zum Weißen Haus, welches als provisorische Zentrale dient. Von hier aus plant ihr eure Vorstöße in die umkämpften Viertel der Stadt, um den Zivilisten feuerkräftig Aufbauhilfe zu leisten, und sorgt in bester Third-Person-Deckungsshooter-Manier mit ordentlich Rollenspiel-Schlagseite für Frieden.