Das ist gut:

Supermassive Games bleibt dem mit „Until Dawn“ erfolgreich erprobten Grundkonzept treu und inszeniert die Horror-Wildwasserfahrt als interaktives cineastisches Abenteuer, dessen spielerischer Anteil sich im Wesentlichen darauf beschränkt Entscheidungen zu treffen, aus Dialogoptionen auszuwählen und Quicktime-Events zu bestehen. Je nachdem wie ihr euch dabei entscheidet oder schlagt, nimmt euer Handeln stets eine Auswirkung auf den Verlauf der Geschichte. Solltet ihr euch also schon früh im Spiel bei einem Tauchgang das Bein verletzen, weil ihr den eingeblendeten Button nicht rechtzeitig gedrückt habt, wird euch dieses bei späteren Fluchtsequenzen Probleme bereiten.

Die nachhaltigste Konsequenz eures Verhaltens ist aber freilich der Tod. Jede der Spielfiguren kann auf die unterschiedlichste Art und Weise sterben – immerhin soll es insgesamt ganze 69 verschiedene Todesarten im Spiel geben – es ist aber auch möglich, alle zu retten. Sollte euch dies nicht im ersten Durchlauf gelingen, bietet das Spiel mit seinen verblüffend weit verzweigten Handlungsspektrum und vor allem seiner überschaubaren Spielzeit von rund 5 Stunden genug Anreiz, für einen weiteren Versuch, bei dem ihr eure Figuren auf gänzlich andere Art und Weise spielen könnt als zuvor.

Im Idealfall absolviert die die Geschichte zusammen mit Freunden. Entweder im passend betitelten Filmmodus, bei dem sich jeder eine oder mehrere Figuren aussucht und das Pad dann entsprechend weitergereicht wird, oder im genialen Online-Koop-Modus. Hier kämpft ihr euch gemeinsam durch das Abenteuer, wobei ihr wie im Singleplayer abwechselnd alle Figuren spielt. Der Clou dabei ist, dass euer Mitspieler stets aus seiner Perspektive eine andere lenkt und ihr beide eure eigenen Entscheidungen treffen müsst, was eine äußerst spannende Spieldynamik mit sich bringt.

Zuweilen trennen sich sogar eure Wege, wodurch dann auch Handlungsstränge erschlossen werden, die euch im Singleplayer verwehrt geblieben sind. Entsprechend viel gibt es dann auch zu erzählen, wenn ihr euch wiedertrefft. Natürlich nur, wenn eure Entscheidung nicht den Tod eures Mitspielers zur Folge hatte, versteht sich.

Grafische Unterschiede zwischen den Konsolenversionen halten sich in überschaubaren Grenzen. Die Bildrate liegt auf allen Systemen bei angepeilten 30 Bildern pro Sekunde, sackt auf den älteren Xbox- und Playstation-Modellen aber auch gerne mal ab, was Ruckler nach sich zieht. In Sachen Auflösung kann nur die One X mit der vollen 4K-Power aufwarten und hat von daher gegenüber der Playstation Pro die Nase vorn.