Das ist gut:

Letzten Endes können wir hier die schiere Fülle dieses prall gepackten Spaßpaketes nur anreißen. Über 70 Figuren, die einen wunderbaren abwechslungsreichen und oft überraschenden Querschnitt aus 30 Jahren Videospielgeschichte darstellen, geben sich in „Super Smash Bros. Ultimate“ die Klinke in die Hand. Jede einzelne davon mit eigenen charakteristischen Besonderheiten und irre viel Liebe zum Detail animiert.

Man nehme nur mal den Pokémon-Trainer, der am Rande steht Schiggy, Bisaknosp und ins Gefecht schickt. Oder den „Breath of the Wild“ Link, der einen anderen Kampfstil pflegt als der junge Link oder Toon Link. Und ja, auch Ryu und Ken unterscheiden sich wie in guten alten "Street Fighter" Tagen im Detail. Kenner wissen Bescheid.

Hinzu kommt die gigantische Auswahl von unglaublichen 103 Stages, die alle das ihr zugrunde liegende Spiel oder eine Reihe herrlich ikonisch auskochen. In vielen Arenen kommen dem Original nachempfundene Besonderheiten hinzu. Mal scrollt das Level wie in einem klassischen Hüpfer, mal machen euch interaktive Elemente das Leben schwer. Da kann es schon mal passieren, dass ein Zug durch die Arena donnert.

Wer dem Zufallsfaktor nichts abgewinnen kann, deaktiviert derlei Sperenzchen in den Optionen ganz einfach. Generell lässt euch „Super Smash Bros. Ultimate“ freie Hand bei der Gestaltung eurer Matches, da sich so ziemlich jedes Element deaktivieren oder als Auswahl hinzuschalten lässt. Dazu zählen natürlich auch die zufällig auftauchenden Items, von denen es auch mal so nebenbei über 100 gibt.

Dann wären da noch die Geister, womit hübsch illustrierte Karten gemeint sind, die euren Charakter mit Buffs stärker machen oder bestimmte Fähigkeiten verleihen. Diese findet ihr unter anderem in der Kampagne, wo ihr ohne die passende Karte oft nicht weiter kommt. Die Kämpfe dort haben meist eine bestimmte Zielvorgabe, die zu erfüllen beispielsweise Immunität gegen Gift oder Widerstandskraft gegen heftigen Wind erfordert.

Die nötige Karte ist aber stets schnell gefunden und lässt sich dann auch auf die weiteren Modi übertragen. Bis man jedoch im Einzelspieler-Modus oder auf dem sogenannten Geisterbrett alle der in vier Wertigkeitsstufen aufgeteilten Karten entdeckt hat, vergeht einiges an Zeit: Es gibt nämlich an die 1.300 Stück!

Als wäre das noch nicht genug, findet ihr – passenderweise in einer Schatzkiste – sogar einen Player, mit dem ihr euch die aktuell gut 900 (!) Musikstücke umfassende Bibliothek jederzeit zu Gemüte führen könnt. Das lohnt sich nicht nur in historischer Hinsicht, sondern auch qualitativ, haben hier doch viele namhafte Spiele-Komponisten ihren Beitrag geleistet. Einfach irre!

Mehr als alle Features der Welt zählt aber natürlich die Spielbarkeit. Zwar ist, was das betrifft, ein einzelner Joy Con-Controller nicht die allerbeste Wahl, aber wenn man einen Haufen Kumpels um sich versammelt hat, kommt auch damit Partystimmung auf. Profis nutzen natürlich den Pro-Controller, oder noch besser den guten alten Gamecube-Controller, der unter Profis als das Nonplusultra bei „Super Smash Bros.“ gilt, und von denen ihr via Adapter vier Stück mit der Switch verbinden könnt.

Für Laien mag das Geschehen auf dem Screen indes arg chaotisch wirken. Erst recht, wenn bis zu acht Figuren durchs Bild marodieren. Und tatsächlich ist es das zunächst auch, denn „Super Smash Bros. Ultimate“ ist kleinteilig und dazu auch noch verflucht schnell. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit fallen einem gezielte Manöver jedoch zunehmend leichter und man dringt immer weiter in die taktische Tiefe des nur vordergründig simplen Kampfsystems vor.

Dabei muss mit großen Lob erwähnt werden, dass offensichtlich viel Zeit in das Balancing der Figuren geflossen ist. Ob groß oder klein, enorm schnell oder besonders stark, wendig oder behäbig – keine der Figuren ist übermächtig stark oder besonders im Nachteil. Und das ist ob des gigantischen und enorm abwechslungsreichen Kaders schon ein echtes Kunststück.