Die dunklen Wolken, welche die von der Spielergemeinde verschmähte Wii U am Himmel von Nintendo heraufbeschworen hat, scheinen sich endgültig verzogen zu haben. Die Switch hat zum Start gleich mal eines der besten Zelda-Spiele aller Zeiten spendiert bekommen und verkauft sich wie warme Semmeln. Wer nun aber fürchtet, dass nach diesem Verkaufs-Katalysator hochwertige Spiele ausblieben, der täuscht sich. Mit 'Super Mario Odyssey' steht nämlich bereits der nächste Hit in den Startlöchern. Immerhin wurde der Titel zum besten Spiel der Gamescom gekürt. Völlig zurecht, wie wir uns persönlich überzeugen durften.

Endlich wieder ein 3D-Mario in der Tradition eines Super Mario 64, war so ziemlich der erste Gedanke, nachdem wir eines der zwei zur Verfügung stehenden Demolevel der Messe gestartet hatten: Das Sand Kingdom. Und sofort war das wohlig-warme Gefühl, welches der typische Nintendo-Charme mit sich bringt, wieder da. Den ikonischen Dreisprung hatten wir schnell wieder drauf, während der Po-Hopser auf die knuffigen Gegner oft danebenging. Entscheidend erwies sich mit Marios lebendiger Mütze „Cappy“ aber ohnehin ein gänzlich neues Spielelement.

Dank eines beherzten Mützenwurfes können wir uns nicht nur der Gegner entledigen, wir dürfen sogar in diese hineinschlüpfen und sie fortan steuern. Mit all den typischen Bewegungsmustern, welche diese Form mit sich bringt. So überflogen wir ansonsten unüberwindbare Abgründe in Form eines Kugelwillys oder machten uns das hohe Gewicht eines übernommen Steingolems zunutze, mit dessen Sonnenbrille wir zudem unsichtbare Wege entdeckten.

Mario-Schnauzer für alle!

Witzig: Jeder Gegner, über den wir auf diese Art und Weise Kontrolle übernehmen, verfügt über die Dauer seiner Besessenheit über einen putzigen Mario-Schnauzer. Sehr gut gefallen haben uns zudem die Ausflüge in Marios 8-Bit-Vergangenheit, wenn wir an bestimmten Stellen in die Wand schlüpfen, um dort in klassischer 2D-Manier unseren Weg fortzusetzen.

Als Nächstes ging es nach New Donk City, wo auf den Dächern der Wolkenkratzer äußerst anspruchsvolle Kletterpassagen auf uns warteten, während auf den belebten Straßen Taxis als Trampoline fungieren. Selbst ein Motorroller stand zur Verfügung, mit dem Mario – ganz Italiener – durch die dicht befahrenen Straßen düsen darf. Die immense Bandbreite der möglichen Verwandlungen mithilfe von „Cappy“ bestätigte sich abermals, als wir plötzlich sogar als elektrischer Strom durch Leitungen fließen durften.

Per Knopfdruck lässt sich die geworfene Mütze zudem an Ort und Stelle halten, wodurch sie zur Sprungplattform wird. Dabei zeigte sich, dass die kurze Anspielzeit nicht ausreichte, um sich an die dezent knifflige Steuerung per Pro-Controller zu gewöhnen. Entsprechend neugierig sind wir, wie es dann erst mit den Joy-Cons wird.

Allerdings kann man sich sicher sein, dass man bei Nintendo sehr genau weiß, was man tut. In Sachen Gameplay macht der Kult-Schmiede schließlich so schnell keiner was vor. Von daher freuen wir uns wie Bolle auf den 27. Oktober, um uns endlich in Ruhe und ganz ausführlich dem designierten Meilenstein der Jump-'n'-Run-Geschichte widmen zu können.