„Bowser’s Fury“ stützt sich indes volle Lotte in das Katzenthema und wälzt sich förmlich darin. Hier landet Mario nämlich am Schmusekatzensee, wo wirklich so ziemlich alles – selbst Büsche und Bäume – zwei Katzenöhrchen ziert. Im Gegensatz zu „3D World“ wird hier aber kein linearer Pfad mit Start und Ziel vorgegeben. Viel mehr erkundet ihr die Welt wie in „Super Mario 64“ oder auch „Odyssey“ frei und stoßt dabei auf allerlei Aufgaben und Herausforderungen, die mit Katzeninsignien belohnt werden, dem Äquivalent zu den Sternen und Monden der anderen genannten Titel.

Mal wird dabei von euch Geschicklichkeit verlangt, mal Kampfgeschick, mal tickt die Uhr beim Sammeln von Münzen. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass immer mal wieder das Wetter umschlägt, woraufhin sich ein apokalyptischer Wut-Bowser aus schwarzem Morast erhebt und euch für eine gewisse Zeit das Leben mit Feuerstrahlen und herabregnenden Feuerbällen erschwert.

Aufhalten könnt ihr den riesengroßen Wüterich mit dem Einsammeln von Insignien, mittels denen sich Leuchttürme aktivieren lassen, deren Licht Wut-Bowser fürs erste verscheucht. Habt ihr eine bestimmte Anzahl davon gesammelt, könnt ihr schließlich eine große Katzenglocke läuten, um selber auf Godzilla-Maße anzuwachsen und Wut-Bowser endgültig von der jeweiligen Insel zu verjagen.

Das Ganze ist für Mario-Verhältnisse ungewohnt episch inszeniert und macht durchaus Laune, zumal ihr nie wisst, wann Wut-Bowser das nächste Mal auftaucht. So kann es dann halt auch passieren, dass ihr mitten in einer kniffligen Sprungpassage überrascht werdet, die sich dann natürlich noch einen Zacken schwierigere gestaltet. Etwas ungewollt leider auch dadurch, dass Wut-Bowsers kolossale Auftritte mitunter die Bildrate in die Knie zwingen.

Hilfe erhaltet ihr indes ausgerechnet von Bowser Jr., dem sein wütender Vater nicht mehr ganz geheuer ist. Je nach Einstellung hilft euch der kleine Schwebe-Matz mehr oder weniger im Kampf gegen Gegner oder beim Aufspüren von Geheimnissen. Alternativ kann aber auch ein zweiter Spieler die Kontrolle übernehmen, was ob des begrenzten Handlungsrepertoires aber keinen Vergleich zum Mehrspielermodus im „Super Mario 3D World“ darstellt.

Und auch sonst spielt sich „Bowser‘s Fury“ als echter 3-D-Titel mit offener Welt und frei drehbarer Kamera ein ganzes Stück anders als das neuaufgelegte Wii U–Mario, was es zu einer willkommenen Dreingabe macht. Zwar ist der Umfang recht überschaubar – erfahrene Zocker sind in fünf bis sechs Stunden durch, wer alle Katzeninsignien finden möchte, kann noch etwas Spielzeit draufrechnen – aber wir reden hier immerhin von einem Bonus, der weit mehr ist als nur ein schnöder DLC.

Ob das ausreicht, um Kenner des Originals zu einem Neukauf des Bundles zum Vollpreis zu bewegen, sei jedoch dahingestellt. Denn leider lässt sich „Bowser’s Fury“ nicht separat zu einem entsprechenden niedrigeren Preis erwerben. Aber wer weiß, wenn es gut ankommt, wird vielleicht irgendwann ein vollwertiger Titel daraus.

Fazit:

Ein Vorzeige-Jump-'n'-Run bekommt endlich die Bühne geboten, die es verdient. „Super Mario 3D World“ ist nicht weniger als ein Paradebeispiel gelungenen Leveldesigns und auf der Switch dank schärferer Optik, flotterem Spieltempo und vor allem des Onlinemodus sogar noch ein Stück besser als das Original. Das spielmechanisch anders geartete „Bowser’s Fury“ ist ein nicht allzu umfangreicher, dafür aber umso willkommenerer Bonus mit eigener Identität, der hoffentlich irgendwann zu einem vollwertigen Mario-Abenteuer heranreift.

„Super Mario 3D-World + Bowser’s Fury“ ist exklusiv für Nintendo Switch erhältlich.