Das ist gut/schlecht:

Ihr könnt vom Start weg beide Abenteuer anwählen. Startet ihr „3D World“, dient die übliche Bowser‘sche Entführungsmanie als Motivation, sich durch die acht thematisch unterschiedlichen Welten zu hüpfen. Diesmal geht es jedoch nicht Peach an den Kragen, sondern putzigen kleinen Feen, die in Einmachgläser gepfercht ihrer Rettung harren.

Praktisch, denn so kann die Prinzessin fleißig mithelfen, ist sie doch eine von vier wählbaren Figuren. Spielt ihr alleine, habt ihr die Wahl, ob ihr mit Allround-Talent Mario antretet, seinem sprungstärkeren aber schwerer zu kontrollierenden Bruder, dem flinken jedoch sehr kleinen Toad oder eben mit der Prinzessin, die sich vielleicht nicht so dynamisch spielt, aber dank ihres Schirmes ein kleines Stückchen schweben kann.

Alternativ sucht ihr euch ein paar Kumpels und macht euch gemeinsam auf die Socken, neuerdings auch online. Zwar gestaltet sich das Spielgeschehen bei maximaler Spielerzahl erwartungsgemäß recht chaotisch, aber der anarchische Spaß, seine Mitspieler von Plattformen zu schubsen, gehört nun einmal dazu. Da die Levels in „Super Mario 3D World“ zudem im Gegensatz zu den reinen 2-D-Ausflügen zudem mit Tiefe aufwarten, und man sich entsprechend weniger auf die Füße tritt, spielt es sich gemeinsam aber immer noch besser als zum Beispiel ein „(New) Super Mario U“.

Grafisch wie musikalisch erwarten euch die üblichen Gute-Laune-Themen, wobei man die Auflösung im Gegensatz zum Original etwas erhöht hat. Auch sind die Figuren ein gutes Stück schneller unterwegs und können dazu sogar etwas höher klettern als noch 2013. Dazu bedarf es freilich des ikonischsten Items von „Super Mario 3D World“: der Katzenglocke.

Zwar gibt es nach wie vor die bekannten Power-ups, wie zum Beispiel Feuerpilze und Unbesiegbarkeitsstern, am häufigsten schlüpft ihr diesmal aber in ein Katzenkostüm, das euch neben einem praktischen Prankenhieb auch in die Lage versetzt, Wände ein Stück emporzukraxeln. Erreicht ihr dabei keine Plattform, rutscht ihr irgendwann an euren Krallen herab und hinterlasst dabei lange Kratzer. Ulkig, so wie das gesamte Kostüm, das Mario und seiner Sippschaft auch immer mal wieder ein Maunzen abringt.

Die eigentlichen Levels sind recht überschaubar und insgesamt eher einfach. Gefordert wird man erst im letzten Drittel. Wer es etwas schwerer möchte, auf den warten dafür aber in jedem Level drei teils knifflig versteckten Sterne – eine gewisse Mindestzahl ist zum Vorankommen ohnehin nötig – sowie jeweils ein Stempel, mit dem ihr im neuen Fotomodus eure Motive verzieren dürft.

Und selbst bereits gesehene Levels besucht man dazu gerne erneut, denn in Sachen Leveldesign hat sich Nintendo mit „Super Mario 3D World“ mal wieder ein Denkmal gesetzt und das Gaming-Exkalibur noch ein Stück tiefer in den Fels gerammt, falls ihr versteht, was wir meinen.

Jedes noch so kleine Level kommt mit eigenen Ideen daher, die immer wieder für Überraschungen und neue Herausforderungen sorgen – sogar das hauseigene „Super Mario Kart“ wird dabei gelungen zitiert –, die spielbaren Captain-Toad-Dioramen sind so gut, dass später ein eigenes Spiel daraus wurde und generell macht in Sachen Spielwitz diesem Titel kaum einer etwas vor. Lediglich die repetitiven Bosskämpfe kommen in diesem kreativen Feuerwerk verblüffend ideenlos daher und auch die nur in wenigen Stufen verstellbare Kamera stellt sich manchmal quer.