Fox McCloud muss es mit seinem Debüt auf der Wii U wie jemanden ergehen, der viel zu spät zu einer Party kommt: Die meisten Leute sind schon weg oder pennen, die Stimmung ist entsprechend im Keller und zum Schöntrinken reichen die Reste auch nicht mehr aus. Dennoch muss man ihm zugutehalten, dass er und seine Crew in ‘Star Fox Zero’ überhaupt noch auf der sterbenden Konsole aufschlagen.

Darum geht’s:

Nintendo und Entwickler Platinum Games zeigen sich erstaunlich mutlos und zitieren eher den gut 20 Jahre alten N64-Klassiker ‘Lylat Wars’, als dass sie ein neues Spiel auf den Markt werfen. Inhaltlich hat sich mit dem Fiesling Andross, der mal wieder eine Hasskappe auf das Lylat-System schiebt, und dem altbekannten Star Fox Team, welches zur Rettung eilt, nicht viel getan. Auch so mancher Abschnitt des gradlinigen Shoot ‘em Ups dürfte Kennern der Vorlage mehr als bekannt vorkommen. Aber warum auch nicht? War ja ein gutes Spiel! Und so ballert ihr euch in gewohnter Manier in eurem Arwing durch das All, wehrt mit der berühmten Fassrolle Schüsse aus, werft Bomben und platziert Lasersalven via Zielaufschaltung. Auch der Panzer, mit dem ihr über Planetenoberflächen rollt, ist wieder mit an Bord. Neu hingegen ist die Verwandlung eures Raumschiffes in einen Kampfläufer sowie der Gyrowing, ein Senkrechtstarter, der einen kleinen Roboter zum Hacken von Türen absetzen kann. Und dann ist da noch die auf das Gamepad zugeschnittene Steuerung. Auf dem TV-Schirm sehr ihr euer Kampfgerät aus der Third-Person-Perspektive, während ihr auf dem kleineren Screen stets aus dem Cockpit blickt und mittels Bewegungssteuerung Schüsse platziert.

Das ist gut:

Fans der Vorlage werden sich sofort heimisch fühlen. Wenn erst einmal die altbekannte Titelmelodie aus den Boxen schallt, werden sofort wohlige Erinnerungen wach. Entsprechend gut gelaunt stürzt man sich in die herrlich altmodische Arcade-Ballerei. Dankbarerweise wird die neue Steuerung in einem gut gemachten Tutorial erklärt. Und wenn ihr das zugegebenermaßen etwas verkopfte Konzept erst mal verinnerlicht und vor allem die Bewegungssteuerung soweit wie möglich deaktiviert habt, ballert ihr die coolen Endgegner bald in Stücke, genießt die schicken Explosionen und freut euch über abwechslungsreiche Abschnitte. Zwar ist der Großteil davon im All angesiedelt, doch die verschiedenen Gefährte und Kampfeinlagen, in denen sich die Level-Schläuche zugunsten einer freien Arena öffnen, halten euch bis zum Ende bei der Stange. Danach gibt es zudem noch viel zu entdecken. Denn serientypisch haben die Macher diverse alternative Routen eingebaut, die zum Teil sogar mit anderen Endbossen aufwarten.

Das ist schlecht:

Wir wollen gar nicht so sehr über die maue Technik mit ihren matschigen Texturen, dem allgegenwärtigen Kantenflimmern und häufigen Ruckeleinlagen herziehen. Das alles ist zwar schade, aber bei Nintendo-Spielen geht es seit jeher um mehr, als um Grafikblenderei. Es geht um nahezu perfekte Spielbarkeit! Doch gerade da patzt ‘Star Fox Zero’ mit der erzwungenen Gamepad-Steuerung ganz gewaltig. Man gewöhnt sich zwar wie gesagt irgendwann daran, wünscht sich aber stets ein schlichtes Gamepad in die Hand. Ein solches wird aber unverständlicherweise nicht unterstützt! Und so blickt man andauernd zwischen zwei Screens hin und her und arrangiert sich mit einem Steuerungskonzept, das eher anstrengt, als Spaß zu machen. Anstatt also das Alleinstellungsmerkmal der Konsole positiv herauszuarbeiten, zeigt ausgerechnet Nintendo mit einem eigenen Spiel auf, warum das Konzept der Wii U so nicht funktioniert. Schade!

Ein Wiedersehen mit alten Freunden! Fans des altehrwürdigen ‘Lylat Wars’ fühlen sich im Arwing sofort zu Hause und haben durchaus ihren Spaß mit der Old-School-Arcade-Ballerei. Leider krankt es in Sachen Technik und vor allem an dem verkopften Steuerungskonzept!