Das ist gut:

Setzte Teil 5 noch zwei äußerst unsympathische Figuren in Szene, macht „Soul Calibur VI“ zumindest inhaltlich einen großen Schritt zurück, indem es an die Ereignisse des Erstlings anknüpft und damit einen Reboot der Serie vollführt. Eine weise Entscheidung, kann man sich so doch wieder unbeschwert auf die Stärken besinnen, welche die Reihe einstmals so groß gemacht haben. 

Dazu gehört natürlich vor allem das gerade im Vergleich zur Konkurrenz enorm dynamische Kampfsystem, welches neben seiner Geschwindigkeit vor allem dafür bekannt ist, auch Anfängern enorm motivierende Erfolge zu bescheren, während die schiere Fülle an möglichen Manövern Profis lange bei der Stange hält.

Wie gehabt attackiert ihr horizontal oder vertikal, verschafft euch mit einen Tritt Platz, blockt via Knopfdruck, kontert oder pariert die Attacken des Gegners mit einem nun vereinfachten „Guard-Impact“ oder entfesselt die mit Spezialenergie befeuerten „Critical Edge“-Supermoves, beziehungsweise pimpt temporär eure Fähigkeiten via „Soul Charge“.

Neu hingegen ist das sogenannte „Reversal Edge“-System. Gelingt euch ein entsprechender Angriff, schaltet das Spiel in die Zeitlupe und jeder wählt im Stein-Schere-Papier-Prinzip die nächste Aktion. Was auf dem Papier womöglich arg nach Zufall klingt, offenbart in der Praxis eine erstaunliche Fülle an taktischen Optionen. Vor allem aber macht es einfach unermesslich viel Laune, lässig in Slow Motion unter dem Klingenhieb seines Gegners abzutauchen, und aus der daraus folgenden besseren Position saftige Treffer zu landen.

Generell besticht „Soul Calibur VI“ in Sachen Gamplay durch einen perfekt ausbalancierten Charakter-Cast, der gänzlich ohne Klone auskommt, einer punktgenauen Steuerung und stets nachvollziehbarer Kollisionsabfrage. Dank der geschmeidigen Animationen, schicken Effekte und einer durch die Bank flotten Bildrate von 60 fps haben die Kämpfe dabei fast schon etwas Hypnotisches. Und der pompöse Soundtrack ist sowieso mal wieder eine Klasse für sich.