Fragt man den Autor dieser Zeilen nach dem am häufigsten gesagten Satz im Zuge einer Zockersession mit Kumpels, würde dieser wohl „Dieser scheiß rote Schildkrötenpanzer“ auf Platz Eins wählen und „Aber keiner nimmt Taki“ auf Platz Zwei. Letzterer bezieht sich auf die unzähligen Runden „Soul Blade“ auf der guten alten Playstation, anno 1995 unser absolutes IT-Girl unter den Prügelspielen, und die Tatsache, dass uns die agile Klingentänzerin als übermächtiger Charakter erschien.

Viel Zeit ist seither ins Land gegangen, aus „Soul Blade“ wurde „Soul Calibur“ und mittlerweile befinden wir uns bei Teil 6. Ob dieser die Scharten wieder auswetzen kann, welcher der ungeliebte Vorgänger so tief in die Klinge der ruhmreichen Serie geschlagen hat, dass diese für satte sechs Jahre nicht gezogen wurde, verrät euch unser Test.

Darum geht’s:

Entgegen der neumodischen Tag-Team-Routine stehen sich in „Soul Calibur VI“ stets ausschließlich zwei Kämpfer im Ring gegenüber, die beide traditionell eine Waffe führen. Dabei wird so ziemlich alles abgedeckt, was die Klingenschmiede hergibt, aber auch Peitschen, Hämmer und allerlei Exoten sind mit am Start.

Über Sieg oder Niederlage entscheidet freilich, wer dem anderen schneller die Lebensenergie weg prügelt. Daneben ist es allerdings auch möglich, seinen Kontrahenten in den elf Stages aus dem Ring zu werfen und die Runde mit einem „Ring out“ für sich zu entscheiden.

Unter den 21 wählbaren Figuren finden sich neben allerhand Fanlieblinge wie Ivy, Mitsurugi und besagter Taki mit Grøh und Azwel auch zwei Neuzugänge. Ganz besonders freuen wir uns jedoch über den Gastauftritt vom Witcher Geralt von Riva, der sich stilistisch deutlich besser in den Cast fügt als seinerzeit noch Darth Vader oder Meister Yoda.

Neben einem Training-Modus, 2-Spieler-Matches, den Onlinekämpfen und dem Arcade-Modus sind gleich zwei Kampagnen für Solisten mit an Bord. In „Die Seelen-Chronik“ folgt der seichte Plot zunächst Kilik, später bekommen aber auch die anderen Figuren eine kurze Story spendiert.

Im deutlich umfangreicherem „Waage der Seelen“ begebt ihr euch indes mit einer im Charaktereditor selbst erstellten Figur auf die Suche nach dem legendären Schwert „Soul Edge“, dürft auf einer Weltkarte Haupt- und Nebenquests annehmen, neue Waffen kaufen und sogar Entscheidungen treffen, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Dieser Modus fungiert dann auch als Tutorial, bei dem euch die Kämpfe mit immer wieder unterschiedlichen Rahmenbedingungen überraschen.