Bevölkert sind die Inseln zudem von den enorm putzigen Kocos.

Diese kleinen Steinwesen, die mehr sind, als sie zu zunächst zu sein scheinen, warten nur darauf, von euch eingesammelt zu werden, um gegen eine größere Ringkapazität und mehr Speed eingetauscht zu werden. Ein anderer Händler stärkt zudem unsern Angriff oder die Verteidigung, wenn wir ihm im Gegenzug gesammelte Samen bringen.

Klingt nach einem ziemlichen Kuddelmuddel und ist es auch, allerdings geht das Ganze erstaunlich konform mit dem teils haarsträubend rasanten Gameplay. Denn die meisten zum Weiterkommen nötigen Collectibles sackt ihr gerade am Anfang quasi im Vorbeirennen auf.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir begriffen haben, wozu die jeweilige Inselwährung überhaupt gut ist, da wir stets so viel hatten, dass wir jeden neuen Storyfetzen direkt anwählen konnten.

Die Inseln sind nämlich derart vollgestopft mit Bumpern, Rails, Speed-Pfeilen und Dash-Ringen, dass man sich alle paar Meter fühlt, wie in einem gigantischen Flipperautomaten. Wirkt es zunächst noch, als sei ein Leveleditor explodiert, zeigt sich bald, dass so ziemlich jede dieser Passagen letztendlich zu einem Sammelgegenstand oder in einen neuen Levelbereich führt.

Und was sollen wir sagen: Gepaart mit Sonics bereits zu Beginn herrlich hohen Geschwindigkeit ist es ein Riesenspaß, wie ein Derwisch durch die Gegend zu preschen.

Mittels eines Turbos lässt sich die Geschwindigkeit zeitweilig noch erhöhen, und tragt ihr die maximale Menge der ebenfalls überall verteilten Ringe bei euch, bringt ihr die Tachonadel unten rechts im Bild bis an den Anschlag. Aktiviert allerdings unbedingt den Performance-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde. Die standardmäßige 4K-Aufösung im Leistungs-Modus transportiert das coole Geschwindigkeitsgefühl nicht annähernd.

Doch es wird nicht nur gerannt, sondern auch gekämpft, wobei sich die Macher sichtlich Mühe gegeben haben, die Feinde abwechslungsreich zu gestalten und an Sonics über einen kleinen Skill-Tree zu erweiternde Fähigkeiten anzupassen.

Während es bei manchen Robotern schon reicht, mit dem neuen Cyberloop einen geschlossenen Kreis um sie zu zeichnen, um ihre Deckung aufzubrechen, wirbeln euch dickere Brocken schon mal in einem Wirbelsturm in die Luft, fordern euch zu einem Ringkampf oder wollen von uns an ihrer Schwanzflosse surfend in einem Mini-Spiel erst einmal gestoppt werden.

Was hier an Kreativität aufgefahren wurde, weiß zu beeindrucken und sprengt zuweilen sogar die Genre-Grenzen, wenn man sich plötzlich in einer Art Shooter wähnt. Ähnliches gilt für die Kartenpunkte, die zum sukzessiven Freischalten der Map stets andere Anforderungen an euch stellen. Die Bandbreite reicht hier von simplen Checkpoint-Rennen, über Ballspiele bis hin zu Plattformrätseln.

In den besagten Cyberspace-Leveln geht es hingegen eher klassisch zu.

Hier absolvieren wir von früheren Sonic-Spielen inspirierte launige Jump n‘ Run-Passagen, die munter zwischen 2D- und 3D-Ansicht wechseln und lediglich wenige Minuten in Anspruch nehmen. Vier Herausforderungen gilt es dabei zu meistern, um die maximale Anzahl an Schlüsseln zu gewinnen: Das Ziel erreichen, das Ziel in einer bestimmten Zeit und mit einer gewissen Zahl Ringe zu erreichen sowie fünf rote Token aufzuspüren – dankbarerweise muss das alles aber nicht in einem Durchlauf erledigt werden.

Was ihr wann absolviert, bleibt gänzlich euch selbst überlassen, so dass „Sonic Frontiers“ zuweilen einen gewissen „Zelda: Breath of the Wild“-Vibe versprüht und uns im Laufe der mit rund 25 Stunden äußerst beachtlichen Spielzeit mitunter in eine Art meditativen Zustand versetzt hat.