Das ist gut:

Die unnötig aufgeblähten Open-World-Mechaniken des dritten Teils kamen nicht sonderlich gut an, sodass man sich im Falle von „Sniper Ghost Warrior Contracts“ stattdessen für fünf in sich geschlossene Sandbox-Areale entschieden hat, die wir im Laufe des Spieles bereisen. Eine gute Entscheidung, da auf diese Art und Weise deutlich mehr Abwechslung geboten wird. Sowohl optisch als auch in Sachen Gameplay.

Die Gebiete sind zudem immer noch groß und weitläufig genug, dass ihr euch stets von mehreren Richtungen eurem Missionsziel annähern könnt. Ideal ist natürlich, sich in großer Distanz auf die Lauer zu legen, die Feinde zunächst mit dem Fernglas zu markieren, und dann nach allen Regeln der Kunst mit einem sauberen Schuss unauffällig auszuschalten. Wenn es denn klappt.

Euer Visier hilft euch, Faktoren wie Distanz und Wind in die ballistische Flugbahn eurer Kugel mit einzuplanen. Habt ihr aber dennoch schlecht geschossen, einen Feind übersehen, der einen Leiche auffindet und daraufhin alles in Alarmbereitschaft versetzt, oder werdet gar ihr selbst entdeckt, dann seid ihr plötzlich die Beute. Zwar steht euch ein recht stattliches Arsenal zur Verfügung, darunter auch Handfeuerwaffen und ein Sturmgewehr, doch wenn man nicht gerade auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad spielt, sollte man den offenen Kampf so gut es eben geht vermeiden.

Schleicht euch besser an eure Feinde ran, wenn ihr keine freie Schussbahn findet, und murkst sie mit dem Messer ab. Verhört Wachen und Offiziere, um den genauen Standort wichtiger Ziele zu erfahren, lenkt feindliche Soldaten mit Köder-Munition ab, oder erschießt sie mit panzerbrechenden Geschossen glatt durch Wände hindurch.

Mit in den Missionen verdientem Geld schaltet ihr immer mehr Gadgets, wie eine Drohne, Nachtsicht, automatische Geschütztürme oder bessere Waffen frei, und verbessert eure Ausrüstung, sodass euch im Laufe des Spieles immer mehr taktische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die zum freien Experimentieren einladen.

Am schönsten ist es aber natürlich immer noch, wenn die Kill-Cam nach Drücken des Abzugs der Kugel eines komplizierten Schusses in Zeitlupe folgt, und den Einschlag auf ebenso dramatische wie martialische Art und Weise inszeniert. Zugegeben, die mitunter überzogenen Gore-Effekte haftet B-Movie-Charme an, aber ein bisschen Trash schadet ja nie.