Ist es wirklich schon fünf Jahre her, seit wir in der wohl eindrucksvollsten Open World der letzten Konsolengeneration als Drachengeborener herumgebrüllt haben? Erstaunlich, wie viel sich in einer solch verhältnismäßig kurzen Zeit geändert hat. Wir befinden uns schließlich in der Post-’Witcher III’-Ära und da hat es selbst ein derartiger Rollenspiel-Gigant schwer. Dennoch wagt Bethesda mit der jüngst erschienenen Special Edition seines wohl größten Hits ‘The Elder Scrolls V: Skyrim’ den Schritt auf Playstation 4 und Xbox One. Stellt sich nur die Frage, ob sich der Riese am Ende nicht doch als hüftsteifer Dinosaurier entpuppt.

Darum geht's:

Inhaltlich hat sich in der Special Edition am eigentlichen Spiel nichts getan. Abermals sind wir in der namensgebenden Provinz „Himmelsrand“ (Skyrim) unterwegs, deren Bewohner vor der prophezeiten Rückkehr der Drachen überrascht worden sind. Zum Glück gibt es aber ja euch, den ebenfalls vorhergesagten „Dovahkiin“, einen Krieger mit der Seele eines Drachen, der vom Schicksal auserkoren, Blabla … Ist alles eigentlich nicht so wichtig, denn die Hauptstory ist eh nur ein kleines Bruchstück einer riesigen Welt voller Geschichten und Abenteuer, die ihr nach eurem eigenen Gutdünken durchstreift. Und als wäre das nicht schon genug für wochenlangen Spielspaß, sind vom Start weg die drei bisher erscheinen Erweiterungen ‘Dawnguard’, ‘Hearthfire’ und ‘Dragonborn’ gleich mit an Bord. Nix Neues also in Cyrodiil? Doch, denn zum einen wurde dem Spiel natürlich eine optische Frischzellenkur verpasst und zum anderen dürfen sich endlich auch Konsoleros an den Werken der nimmermüden Modding-Szene erfreuen.

Das ist gut:

Bei den sogenannten Mods handelt es sich um optionale Erweiterungen oder Veränderungen des Hauptspiels, die euch üblicherweise von Hobbyentwicklern zur Verfügung gestellt werden. Schon jetzt könnt ihr auf Bethesda.net (https://mods.bethesda.net/#de/workshop/skyrim/view-all?sortBy=published) aus einer Vielzahl mehr oder minder umfangreichen Modifikationen wählen. Und das ist erst der Anfang. Allerdings übernimmt Bethesda keine Garantien, dass diese auch in jedem Fall funktionieren. Wer auf Spielereien wie neue Frisuren und Hilfen wie eine verbesserte Menüführung verzichten kann, und zudem wert auf erspielbare Achievements und Trophäen legt, kann sich aber natürlich auch einfach an der neuen Pracht des Spiels in seiner inhaltlichen Urform erfreuen. Schärfere Texturen erfreuen das Auge, die Fülle an Umgebungsdetails ist gestiegen, die Sichtweite deutlich höher, die Lichteffekte sind beeindruckender, die Ladezeiten kürzer und das Spiel läuft auf beiden Konsolen mit 30 Bildern pro Sekunde flüssiger. Was allerdings gleich geblieben ist, ist vor allem die unglaubliche Sogwirkung dieser immens abwechslungsreichen und glaubwürdigen Welt, die beispiellose Freiheit in der Charakterentwicklung und die reine Freude am Entdecken!

Das ist schlecht:

Trotz des technischen Make-ups sieht man dem Spiel sein Alter immer noch an. Das fängt bei den nicht zeitgemäßen Charaktermodellen an, setzt sich mit Holzpuppen-artigen Animationen fort und mündet in einer Vielzahl mehr oder weniger großen Bugs, die wir auch schon von früher kennen. Zudem hätte man sich gerne ein Beispiel an den Moddern nehmen können, und die viel zu umständliche Menüführung überarbeiten können. Und wo wir gerade dabei sind, haben Playstation-Spieler eine bittere Pille zu schlucken. Denn während auf der Xbox One aus den Vollen geschöpft werden darf, gibt es auf der Sony-Kiste in Sachen Modding Restriktionen, die zum Beispiel neue Waffen und Charaktere ausschließen. Dafür bleiben Sony-Jünger von Soundproblemen verschont, welche die Neuauflage auf der Microsoft-Konsole tatsächlich schlechter klingen lassen, als das Original. Ein Patch ist aber schon in Arbeit.

Immer noch eine Klasse für sich! Die Special Edition des legendären Rollenspiels ‘Skyrim’ hat weder an Sogwirkung noch an Faszination gegenüber dem Original eingebüßt und erstrahlt dazu noch in taufrischer Pracht. Inhaltlich hat sich jedoch nichts getan und auch diverse Altlasten, wie eine umständliche Menüführung und die vielen Bugs, wurden nicht entsorgt. Doch dafür gibt es jetzt ja unzählige Mods! Auf Playstation 4 allerdings deutlich weniger.