Mit dem Arm kann man Gegner an sich heranziehen, Wurfsterne oder beispielsweise Feuerattacken abfeuern. Das ermöglicht im Verbund mit dem Schwert taktisch geprägte Fights. In diesen ist es wichtig, seine eigene Kampfhaltung zu wahren und die des Gegners zu destabilisieren, um ihn ins Nirwana zu schicken. Man muss hierbei ein perfektes Timing an den Tag legen, Angriffen auszuweichen, im richtigen Moment wahlweise zu blocken oder zu parieren, um den Gegenangriff zu starten.

Ein Tanz der Klingen, ohne schützendes Schild, was dieses Game auch so einzigartig macht. Schlagen, parieren, schlagen, parieren, Ausweich-Moves, Sprünge, schlagen, parieren – am Ende nach genügend Haltungsschaden dann der effektvoll-blutige Todesstoß. Hier hat From Software ein einzigartiges, extrem temporeiches sowie spannendes Gameplay erschaffen, das euch mit aggressiven und überaus dynamischen Schwertkämpfen der Extraklasse beschenkt.

Neben all den Duellen, heißt es aber auch eine grandios stimmige, abwechslungsreiche Spielwelt zu erkunden, versteckte Level, optionale Bosse, Passagen und Items zu finden. Allerdings keine neuen Waffen oder Rüstungen, sondern allenfalls Dinge wie neue Module für die Shinobi-Armprothese. Neu ist übrigens, dass man sich nach dem ersten Tod an Ort und Stelle wiederbeleben kann. Stirbt man indes ein zweites Mal, landet man am letzten Speicherpunkt – zu vergleichen mit den altbekannten Leuchtfeuern der Souls-Reihe.

Dabei verliert man allerdings die Hälfte seiner Erfahrungspunkte, die man in einen überschaubaren Skilltree investieren kann. Attribute gibt es hier allerdings keine mehr, sondern man levelt Shinobi- und Prothesenfähigkeiten, andere Kampftechniken oder ein paar wenige passive Skills, etwa mehr Gesundheit pro Heilung. Hart ist, dass man die Hälfte seiner Sen-Münzen, die Spielwährung für diverse Items, beim Tod verliert – und diese auch nicht mehr zurückbekommt. Aber gut, Strafe muss sein. Man sollte sich stets vor Augen führen, dass die Rollenspielelemente hier marginal gesät sind und wir es hier mit einem Action-Adventure zu tun haben, das sich vornehmlich auf die wahnsinnig heftigen Fights fokussiert.

Wie so oft liefert die Xbox One X im direkten Grafikvergleich das schärfste und klarste Bild, wenngleich man schon sehr genau hinschauen muss, um Unterschiede zur PlayStation 4 Pro zu erkennen. In Sachen Framerate bleiben beide Versionen jedoch deutlich unter den erhofften 60 Bilder pro Sekunde zurück, wobei die Pro einen Ticken flüssiger läuft. Eine Etage tiefer rangiert die alte Playstation wiederum in Puncto Auflösung über der alten Xbox One, während die Bildrate auf beiden Standard-Konsolen spürbar ruckelt und ins Stottern gerät. Beeindruckend sieht „Sekiro“ jedoch auf allen Konsolen aus.
 
Fazit: Was soll man sagen, „Sekiro: Shadows Die Twice“ ist ohne Frage ein Meisterwerk, das nicht das beste Spiel von From Software ist, sondern auf Augenhöhe mit all ihren anderen Spielehits agiert. Es ist allerdings erstmalig ein waschechtes Action-Adventure, hebt sich somit gelungen von der Souls-Reihe und „Bloodborne“ ab. Zudem ist es ein reines Solo-Game ohne Mehrspielerkomponenten.

„Sekiro“ grenzt sich mit einem unglaublichen Kampfsystem ab, das euch spektakuläre Schwertkämpfe liefert, die man in dieser Form und bockschweren Dynamik bis dato noch nicht genießen durfte. Ein Tanz der Klingen mit bestialischem Schwierigkeitsgrad für Spieler mit einer hohen Leidensfähigkeit. Aber wer die grundlegende Kampfmechanik einmal verinnerlicht hat, wird dieses fulminante Abenteuer lieben. Und immer dran denken … ist das Spiel zu hart, bist du zu schwach!

„Sekiro: Shadows Die Twice“ ist erhältlich für PlayStation4, Xbox One sowie PC.