Das ist gut/Das ist schlecht:

Was wurde vor dem Release wild diskutiert inwiefern „Sekiro“ noch etwas mit „Dark Souls“ oder „Bloodborne“ zu tun habe. Nun, die Atmosphäre lässt immer mal wieder das alte Souls-Gefühl aufleben – trotz des Japan-Settings bei einer berauschenden Grafikpracht. Auch gibt es hier und da Inhalte, die noch an die vorangegangenen From-Software-Hits erinnern. Das wäre dann aber auch schon das Höchste der Gefühle … und das ist gut so.

„Sekiro – Shadows Die Twice“ ist nämlich ein waschechtes Action-Adventure und nicht groß zu vergleichen mit den besagten Games. Eine wichtige Sache, denn Souls-Spieler müssen sich vom Altbekannten frei machen, um sich in „Sekiro“ zurechtzufinden – insbesondere, was die Kampfmechaniken betrifft. Das Spiel fordert euch bezüglich der Kampf- und Schwerttechnik extrem heraus und erfindet sich insofern neu, dass die Fights so punktgenau und so reaktionsschnell verlaufen wie noch nie in der Entwicklerhistorie.

Die Kämpfe sind noch eine Ecke schwerer geworden, was auf der anderen Seite die Belohnung eines Sieges und des damit verbundenen Hochgefühls noch mal exorbitant steigern. Das Spiel gibt einem glücklicherweise einige Tipps und Hinweise an die Hand, wie man sich gegen fiese Gegner, mächtige Zwischenbosse und bitterböse Bossgiganten behaupten kann. Übung vorausgesetzt – dafür steht ein Untoter als Sparringpartner bereit, mit dem man die Grundlagen und immer neue Kampftechniken trainieren kann.

Das hilft ungemein, gestaltet das Ganze aber zu keiner Zeit einfacher. Die Fights an sich gestalten sich nun vertikal als auch horizontal, was allem eine unglaubliche Flexibilität, Potenz und Bewegungsfreiheit verleiht. Insbesondere dank der Shinobi-Armprothese, die man nicht nur als Greifhaken nutzen kann, um sich auf Bäume, Vorsprünge oder Gebäude zu ziehen. Der Arm besitzt nämlich viele andere Spezialfähigkeiten, die in den Duellen unglaublich wichtig sind, um am Ende siegreich hervorzugehen.