Vier Reifen sind gut, zwei Reifen sind schlecht! So hätte George Orwell sicherlich die allgemeine Situation in Sachen Rennspiel-Auswahl auf Konsole beschrieben. Autonarren können sich gar nicht entscheiden, welchen geilen Racer sie als Nächstes zocken sollen, während Motorrad-Enthusiasten kaum etwas geboten wird. Aber zum Glück gibt es den Entwickler Milestone, der ja gerne mal in die Bresche springt, wenn es um vernachlässigte Rennsportarten geht. Diese Einstellung in allen Ehren war den Games bisher jedoch eher mäßiger Erfolg beschieden. Doch mit ‘RIDE 2’ soll nun alles besser werden! Haben Biker also endlich ihr ‘Gran Turismo’?

Darum geht's:

In ‘Ride 2’ habt ihr die Wahl, ob ihr für ein schnelles Spiel auf die Maschine hüpft oder gleich die World Tour angeht. Letztere stellt den Karrieremodus dar, in welchem ihr euch in zig Rennen gegen 300 (!) Gegner durchsetzen müsst. Dazu scheffelt ihr ordentlich Punkte durch gute Platzierungen, müsst aber auch in Herausforderungen glänzen, indem ihr zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Fahrer überholt oder einen Hinderniskurs möglichst fehlerfrei durchfahrt. Wie sich das gehört, verdient ihr dabei virtuelles Geld, um euch neue Maschinen zu gönnen oder vorhandene aufzumotzen, und sogenannte Tokens, um neue Fahrer für euer Renn-Team anzuwerben. Dies wird spätestens dann wichtig, wenn ihr in Rennen antretet, bei denen sich die Gesamtplatzierung aus der Leistung der zwei Team-Fahrer ergibt. Natürlich dürft ihr in diversen Renn-Varianten auch online gegen bis zu elf andere Fahrer ran oder euch in einer privaten Session mit euren Kumpels auf dem Asphalt messen.

Das ist gut:

‘RIDE 2’ macht genau das, was Fortsetzungen machen sollen, und merzt nahezu jeden Kritikpunkt des sehr arcadelastigen Vorgängers aus. Mit fast 200 lizensierten Maschinen und über 1.000 Tuningteilen ist die Garage auf jeden Fall mehr als prall gefüllt. Zudem bietet euch das Spiel noch circa 600 verschiedene vorgefertigte Designs für eure Hobel an. Auch euren Fahrer dürft ihr nach und nach immer mehr individualisieren, was man angesichts des arg mageren Charaktereditors zu Anfang allerdings noch nicht so recht glauben mag.
In technischer Hinsicht macht die Reihe einen großen Schritt nach vorne, sowohl auf als auch abseits der 30 Strecken. Die Motorräder sehen durch die Bank recht schick aus, am Streckenrand ist endlich mal was los und selbst die nervig langen Ladezeiten des Vorgängers konnten deutlich reduziert werden.

Das ist schlecht:

Zwar gibt es zig Einstellungsmöglichkeiten, um das Spielerlebnis seinen eigenen Fähigkeiten entsprechen zu justieren – KI-Stärke, einblendbare Ideallinie, Bremshilfe – doch hüben wie drüben, ob auf einer Anfänger-125-ccm-Maschine oder einem höhergetakteten PS-Monster, bleibt die Steuerung zu träge. Das erfordert viel Einarbeitungszeit, während der man übrigens gut damit beraten ist, die nervige Musik abzuschalten. Ansonsten können wir nur sagen: Weiter so Milestone! Es wird!

Ride 2 ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich!


Schick anzusehende Motorrad-Sim mit ordentlich Abwechslung und prall gefüllter Garage. ‘RIDE 2’ merzt nahezu jeden Kritikpunkt des Vorgängers aus. Nur in Sachen Steuerung hapert es nach wie vor noch etwas!