Das ist gut:

Um die gute alte Erde aufzuräumen, bastelt ihr euch in einem überschaubaren Editor eure Spielfigur zusammen und wählt nach einer kurzen Einführung aus drei Klassen, die hinsichtlich der Attribute, Fähigkeiten und Startausrüstung verschiedene Spielstile repräsentieren. Der Jäger ist optimal für den Kampf auf Distanz, der robuste Plünderer tobt sich an der Front aus und der Ex-Kultist mimt die Rolle des Supporters. Da jeder Spieler später auch die Ausrüstung und Fähigkeiten der anderen Klassen erwerben kann, seid ihr auf eure Wahl aber nicht festgelegt, wenn ihr die Schrotflinte des Plünderers dann doch geiler findet, als das Gewehr des Jägers.

Generell stehen euch stets eine Nahkampfwaffe sowie eine schwere und eine leichte Schusswaffe zur Verfügung. Die Ballermänner lassen sich zudem jeweils mit verschiedenen Mods belegen, die es euch beispielsweise erlauben, einen Heilkreis zu erzeugen, eure Verteidigung zu verstärken oder aber auch Brandmunition zu verschießen. Im Laufe des Spiels findet ihr nicht nur neue Waffen und Rüstungen, sondern auch eben jene Mods, sowie Amulette und Ringe, die sich weiterhin positiv auf eure Werte auswirken. Manche Wummen nehmt ihr dabei den 20 verschiedenen Bossen ab, andere wollen aus gefundenen Materialien in der Basis selber zusammengeschraubt werden.

Dort verbessert ihr auch bereits erhaltene Ausrüstung, oder kauft Items, bevor ihr euch über den Portalstein schließlich ins Feld wagt. Eine der Besonderheiten von „Remnant: From the Ashes“ ist, dass die nun folgenden Level zum Teil prozedural generiert sind. Da dabei auch die Gegnergruppen immer wieder neu platziert werden, ist Auswendiglernen des Levellayouts keine Lösung. Ihr müsst euch voll auf eure Ausrüstung und Fähigkeiten verlassen. Und darauf, genug Munition zu finden. Jene ist nämlich begrenzt, was dem Spiel eine angenehm taktische Note verleiht, und selbst vermeintlich harmlose Gegner zu einer echten Bedrohung macht. Euer Vorrat wird aber auch an den Leuchtfeu … pardon, Speicherkristallen ebenso die Heilladungen euer Drachenherzen (= Estus-Flakons) wieder aufgefrischt. Allerdings zu dem Preis, dass die Areale wieder mit Gegner befüllt werden.

Im Gefecht gilt es ferner, die Ladezeit eurer Mods und vor allem auch auch noch eure Ausdauer im Blick zu behalten, welche Aktionen wie Rennen, Ausweichen und den Nahkampf auf einen sich verbrauchenden Balken begrenzt. Klingt hart, und ist es auch, wenn ihr das Genre-Typisch eher schwerfällige Gameplay aber erst einmal verinnerlicht habt, reiht ihr bald klug Aktion an Aktion, wechselt je nach Situation von Waffe zu Waffe und fangt an, das wuchtige Gunplay richtig zu genießen. Die Knarren haben nämlich einen satten Sound und belohnen jeden gutplatzierten Schuss mit einem äußerst befriedigenden Trefferfeedback.

So abwechslungsreich das Kampfsystem, so vielfältig sind auch die Gegnertypen in den anzureisenden Welten. Mal kämpft ihr in einem Wüstenszenario, dann wieder tief im Sumpf oder in einem dichten Wald bis ihr euch schließlich einen knallharten Boss und seinen Vasallen stellen müsst, im Fachjargon auch „Adds“ genannt. Wie gut, dass auch ihr nicht alleine in den Kampf ziehen müsst. Mit bis zu zwei weiteren Kumpels ballert es sich im Koop-Modus doch gleich viel effektiver. Schön dabei ist, dass jeder Spieler den Loot für alle gemeinsam aufsammeln kann. Die Munition müsst ihr euch allerdings teilen.