Wenn sich eine Software-Schmiede mal einen treffenden Namen ausgesucht hat, dann sind es wohl die Jungs und Mädels von „Rockstar“. Die Werke der GTA-Macher sind von einer so dermaßen hohen Qualität, dass einer Veröffentlichung fast schon so sehnsüchtig entgegengefiebert wird, als brächten die Beatles ein neues Album auf den Markt.

Hinzu kommt, dass es wohl kaum einen anderen Spieleentwickler gibt, der es sich erlauben kann, derart viel Entwicklungszeit in einen Titel zu stecken, um ihn bis zur Perfektion reifen zu lassen. Das legt natürlich die Messlatte entsprechend hoch. Ob es Rockstar gelungen ist, sich mit dem neuen Western-Epos „Red Dead Redemption 2“ abermals selbst zu übertreffen, verrät euch unser Test.

Darum geht’s:

Auch wenn die Nummerierung etwas anderes suggeriert, spielt „RDR 2“ vor den Ereignissen des Erstlings. Genauer: im Jahr 1899. Ihr schlüpft in die wettergegerbte Haut von Arthur Morgan, einer Art Protegé von Dutch van der Linde, seines Zeichens Anführer einer rund 20 Männer und Frauen umfassenden Gang, und Kennern des ersten Teils sicherlich noch ein Begriff. Seinerzeit stand der Mann noch ganz oben auf der Abschussliste des damaligen Protagonisten John Marston, ebenfalls ein Mitglied der Bande.

Warum das so war – oder sein wird, je nachdem – erfahrt ihr im Laufe der Story, die mit den Folgen eines gescheiterten Überfalls in Blackwater beginnt. Von der Obrigkeit gejagt, befindet sich der Gang-Tross dabei jedoch nicht nur auf der Flucht vor dem Gesetz, sondern auch vor der Zähmung des Westens, die den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Outlaws bedenklich schrumpfen lässt und die Zeiten rauchender Colts und wilder Lagerfeuerromantik vergessen machen will. 

Harte Zeiten für die kleine Familie freiheitsliebender Sonderlinge, die es mit der Moral vielleicht nicht so genau nimmt, aber euch im Laufe der rund 50 bis 60 Stunden umfassenden Hauptstory des Open-World-Abenteuers mehr ans Herz wächst, als einem ob der teils dramatischen Wendungen und Ereignisse lieb sein kann. Denn wir wissen ja bereits aus dem Vorgänger, dass Dutch nicht unbedingt immer die richtigen Entscheidungen trifft.