Ursprünglich exklusiv für die Wii U angekündigt, entschied man sich in der Ubisoft Chefetage dann doch, den mittlerweile fünften Teil der Rayman-Saga im Nachhinein für so ziemlich jede aktuelle Plattform anzupassen. Und so mussten darbende Wii-U-Spieler sich noch über ein halbes Jahr gedulden, bis sie das an sich bereits fertige Spiel in Händen halten durften. Ein Umstand, der selbst den kreativen Kopf der Reihe, Michel Ancel, zu öffentlichen Unmutsbekundungen verleitete. Doch nun ist das Warten endlich vorbei, und soviel schon vorweg: es hat sich gelohnt!

Darum geht's:

Kaum schläft man mal für ein Jahrhundert, schon werden die Alpträume lebendig und stürzen die Welt ins Chaos. Da unter solchen Umständen niemand anständig pennen kann, machen sich Rayman und seine Gefährten abermals auf, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Dazu rennen und hüpfen sie durch über 120 zum Teil äußerst knackige 2D-Level, die im Gegensatz zum Vorgänger mit zahlreichen 3D-Elementen angereichert wurden, was dynamische Kamerafahrten und spektakulärere Obermotze ermöglicht. Zudem steht uns Frosch Murfy als Helfer zur Seite, der unbesiegbar umherschwirrt, um mit Levelinventar zu interagieren und Gegner abzulenken. Auf der Wii U und PS Vita wird Murfy komfortabel per Touchscreen gesteuert, auf den anderen Konsolen löst ihr seine Aktionen einfach per Knopfdruck aus.

Das ist gut:

Rayman typisch ist die Grafik ein Traum und in jeder Hinsicht künstlerisch wertvoll. Dermaßen liebevoll handgezeichnete Welten findet man selten, und so sympathische Figuren ebenso. Lasst euch also Zeit, die detailverliebten Hintergründe auf euch wirken zu lassen und lehnt euch ruhig auch mal zurück, um den bisweilen schreiend komisch animierten Gegnern bei ihrem Treiben zuzusehen. Und habt ihr keine Lust, das teils großartige Leveldesign alleine zu bereisen, ladet euch halt einen Schwung Freunde ein. Auf der Wii U können so bis zu fünf Zocker gleichzeitig ran, da einer über das Gamepad Murfy lenkt. Im Multiplayer läuft Rayman Legends dann auch zur Höchstform auf und wird euch viele Abende voller Geschrei und Gelächter bescheren.

Das ist schlecht:

Ebenfalls Rayman-typisch ist der fordernde Schwierigkeitsgrad, der euch mehr als einmal in den Wahnsinn treiben wird. Gerade wenn man alleine spielt, und niemand da ist, um einen nach einem Absturz ins Leben zurückzuholen. Der Koop-Modus tendiert dagegen proportional zur Spielerzahl zum Chaos, da man gerne mal seine Figur mit der eines anderen verwechselt.

Lachen und Fluchen im Sekundentakt. Ebenso forderndes wie wunderschönes Jump'n'Run mit großem Umfang, viel Humor und verbesserter Grafikengine, das umso mehr Spaß macht, je mehr Leute gemeinsam auf der Couch sitzen. Kommt auf Wii U dank Gamepad am besten, macht aber auch auf den anderen Konsolen eine gute Figur.