Der vernetzte Multiplayer-Shooter-Sektor ist eine knallharte Branche, in der man keinen Spaß versteht. Da sind zum einen die Entwickler, die sich mit der bierernsten Militär-Thematik gewaltige Umsätze versprechen und zum Anderen die Profi-Gamer, die Anfänger mit Schimpf und Schande von den Maps fegen. Na ja, und für alle anderen gibt es Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2, jüngst erschienen auf PS4, Xbox One und PC.

Darum geht's:

Bereits mit dem Vorgänger bewies Macher PopCap Games, dass flotte Shooter sich selber nicht unbedingt ernst nehmen müssen, um zu funktionieren. Anstatt Terroristen über den halben Erdball zu jagen, geben sich wie in der beliebten Tower-Defense-Vorlage auch im zweiten Teil wieder die namensgebenden Pflanzen und Zombies gegenseitig was auf die Mütze. Allerdings scheint das Unkraut diesmal etwas sauren Regen abbekommen zu haben, denn im neuen Krautangriff-Modus für bis zu 24 Spieler geht es in die Offensive. Daneben locken noch sechs Onlinemodi und zum ersten Mal ein frei begehbarer Singleplayer-Bereich, den ihr wahlweise auch mit maximal drei Freunden Koop bespielt. Dabei verdiente Münzen nutzt ihr, um Stickerpäckchen zu erwerben, mit denen ihr per Zufallsprinzip Variationen eurer Charaktere und diverse Perks freischaltet.

Das ist gut:

Garden Warfare 2 setzt auf die Stärken des Vorgängers, packt eine ordentliche Schippe Inhalt drauf und macht damit alles richtig. Die sechs neuen Zombie- und Pflanzenklassen fügen sich wunderbar in den bestehenden Kader ein, die neuen Fähigkeiten verleihen dem Spielsystem Tiefe, ohne dabei Einsteiger chancenlos zurückzulassen. Die frischen Maps sind allesamt schick in Szene gesetzt. Tatsächlich sieht das gesamte Grafikgerüst aus wie geleckt und überzeugt mit teils urkomischen Animationen und stimmiger Beleuchtung auf ganzer Line. Dazu noch die knackige Steuerung, die leichtverständlichen Spielvarianten und fertig ist der unbeschwerte Shooter-Spaß. Auf Konsole sogar mit Splitscreen!

Das ist schlecht:

„Mehr“ ist leider nicht gleichzusetzen mit „neu“, denn im Kern ähneln Fähigkeiten und Spielmodi denen des Vorgängers. Abermals mit dabei ist der Onlinezwang. Eine seltsame Entscheidung der Macher, wenn man bedenkt, dass sie sich die Mühe gemacht haben, Solo-Inhalte zu implementieren. Zudem waren in der von uns gespielten Version bestimmte Charakterklassen zu mächtig. Ein Balancing via Patch ist aber schon angekündigt.

Alles, was ein Online-Shooter braucht – und mehr: Anständiger Umfang trifft auf tolle Grafik trifft auf griffige Steuerung trifft auf durchdachtes Klassensystem. Und das alles im gewohnt humorigen Plants-vs.-Zombies-Gewand. Sogar an Solisten und altmodische Couchkumpels wurde gedacht. Gut gemacht PopCap! Nur diese nervige Online-Gängelei, die könnt ihr euch nächstes Mal gerne sparen!