Alle Jahre wieder kommt das Christkind, und FIFA und PES zanken sich um den Platz als bestes Fußballspiel. In den vergangenen Jahren marschierte immer wieder Electronic Arts zusammen mit FIFA als Sieger vom Platz, doch hat Konami aus begangenen Fehlern gelernt und liefert in diesem Jahr mit Pro Evolution Soccer 2014 ein Spiel, das mit neuer Optik und verbesserter Steuerung daherkommt. Doch trotz der starken Veränderungen hat es leider, leider nicht für einen Sieg gegen die amerikanische Konkurrenz gereicht.

Darum geht’s:

Fußball. Okay ernsthaft: Insgesamt stehen sich 22 Mann auf einem Fußballplatz gegenüber und versuchen mit allen erdenklichen, aber legalen Mitteln, das runde Leder ins Eckige, genannt Tor, zu versenken. Das Besondere an Pro Evolution Soccer 14 ist jedoch nicht das Offensichtliche, sondern was unter der Motorhaube schlummert: Konami hat sich für das aktuelle Pro Evolution Soccer die Kritik der vergangenen Jahre zu Herzen genommen und präsentiert mit dem neusten Serienableger ein Spiel, das mit komplett neuer Optik sowie frischer Spielmechanik daherkommt. Somit sehen sich nicht nur Serienneulinge, sondern auch alte Hasen mit einem neuen Gameplay konfrontiert, das ein definitiv realistischeres Spielgefühl liefert – aber eben auch einiges an Einarbeitungszeit benötigt.

Das ist gut:

Anstatt auf einer bestehenden Engine aufzubauen, hat Konami Pro Evolution Soccer 2014 von Grund auf erneuert. Die Spielfiguren bewegen sich im Gegensatz zu Pro Evolution Soccer 2013 wesentlich realistischer und können nicht mehr aus jeder Position einen noch teils genauen Schuss abziehen. Spieler müssen taktisch denken, Pässe wohl bedacht ausführen und damit rechnen, dass nicht jede Flanke zu 100 Prozent beim Mitspieler landet. PES 2014 steht somit eindeutig im Zeichen der Authentizität. Inhaltlich bietet die japanische Antwort auf FIFA nach wie vor als einziges Fußballspiel die Champions-League-Lizenz. Wem danach ist, der kann dadurch mit den Mannschaften der letzten Champions-League-Saison, unter anderem FC Bayern München oder Borussia Dortmund, nochmals das gesamte Turnier selbst nachspielen. Des Weiteren stehen den Spielern zahlreiche zusätzliche Lizenzen von verschiedenen Vereinen und Ligen zur Verfügung.

Das ist schlecht:

Trotz der kompletten Rundumerneuerung hat Pro Evolution Soccer 2014 auch in diesem Jahr mit einem großen Problem zu kämpfen: Lizenzen. Zwar gibt es einige bekannte Ligen und Mannschaften, die den echten nachempfunden wurden, doch die meisten werden noch immer exklusiv von FIFA genutzt. Doch auch abseits des virtuellen Rasens gibt es bei PES einige Ausfälle zu beklagen: So sind Spieler dazu gezwungen, sich mit einem sehr japanischen Menü auseinanderzusetzen, das mit Textwüsten und spärlichen Animationen daherkommt. Gelegenheitsspieler können so leicht den Überblick verlieren. Neben den Menüs sorgen die Ladezeiten für finstere Mienen. Teilweise kann es schon mal bis zu zwei Minuten dauern, ehe das nächste Spiel geladen ist und die Spieler auf den Rasen geschickt werden.

Wer rein gar nicht auf Lizenzen verzichten kann, der sollte sich FIFA kaufen. Geht es jedoch um das Erlebnis eines Fußballspiels an sich, kann man auch gerne bei Pro Evolution Soccer 2014 sein Glück wagen. Trotz einiger Kinderkrankheiten ist es Konami dank neuer Engine und runderneuerter Spielmechanik gelungen, ein gutes Fußballspiel zu erschaffen. Die Zweikämpfe sind wuchtig und jedes Tor darf aufgrund des gebotenen Realismus frenetisch gefeiert werden.