Das ist gut:

Gemeinsam begebt ihr euch auf eine Reise durch ein hemmungslos liebevoll gestaltetes Abenteuer, das euch quasi im Minutentakt ein Lächeln abringt. Der für die Reihe typische, selbstreferenzielle Humor zündet in „Paper Mario: The Origami King“ dank einer erstaunlich treffsicheren Lokalisierung nämlich ganz prächtig. Als sich gleich zu Beginn die Bäume im flüsternden Wald über Marios Schnauzer lustig machten, mussten wir sogar glatt lachen.

Fans der ersten Stunden werden sich zudem darüber freuen, dass die Welt nun nicht mehr in einzelne Abschnitte fragmentiert daherkommt, sondern als großes zusammenhängendes Areal bereist werden kann, in dem es allerhand zu entdecken und aufzuspüren gibt.

Die ikonischen Röhren dienen dabei der Schnellreise, und kommen alle in dem Örtchen Toad Town zusammen, in welches wir immer wieder zurückkehren, um uns neue Ausrüstung zu kaufen, mit hilfreichen Items einzudecken oder den Kampf zu trainieren.

Die für den Einkauf nötigen Münzen findet ihr zuhauf, ebenso wie Konfetti, welches ihr benötigt, um Löcher zu flicken, welche in die Spielwelt gerissen wurden. Das dabei sichtbare Gerüst verdeutlicht den urigen Designansatz, dass alles in diesem Pilzkönigreich aus Materialien aus dem Schreibwarenladen gebastelt wurde, ja die ganze Welt selber ein enorm komplexes Modell aus Papier darstellt.

Das sieht nicht nur ganz wunderbar aus, sondern dient auch diversen spielerischen Kniffen, wenn wir zum Beispiel an vorgegeben Stellen unsere Faltarme ausfahren, um ein Türmchen wie ein Amazon-Paket aufzureißen, oder einen der unzähligen verlorengegangenen Toads mit unserem Hammer wieder ordentlich plattmachen. 

Apropos Hammer, apropos plattmachen: Zwar kehrt „Paper Mario: The Origami King“ nicht zu den klassischen, rundenbasierten Kämpfen der guten, alten Zeit zurück, serviert uns dafür aber einen gänzlich frischen Ansatz. Die Auseinandersetzungen beginnen nämlich mit einem Schieberätsel.

Mario steht in der Mitte eines Kreises, der in segmentierte Ringe eingeteilt ist, auf denen die Gegner zum Kampfbeginn verteilt werden. Nun habt ihr eine begrenzte Anzahl von Zügen, um die Feinde so in Gruppen anzuordnen, dass ihr sie möglichst in nur einer Angriffsrunde erledigen könnt. In einer Reihe aufgereiht, kommt der Sprungangriff zum Einsatz, in einem Viererblock haut ihr mit dem Hammer zu.

Das mag kompliziert klingen, ist aber schnell papiert und wird gerne mal auch richtig knifflig. Denn wenn ihr eure Angriffe nicht richtig timt, oder die Gegner so anordnet, dass ihr nicht alle auf einmal erwischen könnt, folgt der Gegenangriff, der euch selbst wenn ihr blockt ganz schön wehtun kann.

Das Fiese ist: Zum Anordnen der Ringe habt ihr nur begrenzt Zeit zur Verfügung. Der Timer lässt sich mit speziellen Gegenständen und dem Einsatz von Münzen aber steigern. Und auch die in den Rängen sitzenden, von euch aufgespürten Toads nehmen euer Geld gerne an, um euch im Kampf tatkräftig zu unterstützen.

In den teils ausufernden Bosskämpfen dreht sich das Prinzip um. Der Obermotz ist in der Mitte und ihr steht am äußeren Rand des Kreises. Auf den einzelnen Ringen sind Pfeile verteilt, welche die Laufrichtung angeben. Euer Ziel ist es nun, die Pfeile so anzuordnen, dass ihr in die Mitte gelangt, um angreifen zu können. Das ist auf eine spaßige Art und Weise stressig und aufregend zugleich und immer wieder ein Highlight.

Ein besonderes Lob muss an dieser Stelle noch der fantastischen und äußerst abwechslungsreichen Musikuntermalung gezollt werden, die selbst eine Statue zum Mitwippen verleiten könnte.