In welche Rollen sind wir im Laufe der bislang rund 60-jährigen Evolution des Mediums Videospiel nicht schon alles geschlüpft? Wir haben als hungriger gelber Puck Labyrinthe durchquert und Pillen gemampft, sind als Klempner Schildkröten aufs Dach gestiegen und Rohre herabgerutscht, haben in zigfacher Inkarnation eines furchtlosen Kriegers massenweise Feinde über den Haufen gesäbelt und geballert, uns als Detektiv, Pilot oder Dämonenjäger verdingt. Gefühlt kein Handwerk, das alte Zockerhasen nicht beherrschen. Dank des Sci-Fi-Thrillers „Observation“ könnt ihr euer Gaming-Vita nun aber eure äußert interessante Profession hinzufügen, in der sich die meisten bislang garantiert noch nicht verdingt haben.

Darum geht’s:

Auf der namensgebenden internationalen Raumstation gab einen fatalen Zwischenfall ungeklärter Herkunft. Die meisten Systeme der 400 Kilometer über der Erde schwebenden Forschungsanlage sind ausgefallen, manche Teile sogar gänzlich zerstört, und die Observation trudelt nun unkontrolliert durchs All. Angesichts der lebensfeindlichen Umgebung, alles in allem äußerst ungünstige Umstände, in denen sich die Astronautin Dr. Emma Fisher als vermeintlich einziges überlebendes Crewmitglied zu Beginn des Spieles wiederfindet.

Vollkommen ahnungslos, wie es zu dem Unfall kommen konnte, macht sie sich daran, die Systeme des Schiffes wieder zum Laufen zu bringen, um zu überleben, und dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Ihr übernehmt dabei aber nicht, wie zu erwarten wäre, die Kontrolle über Emma, sondern über die „System Administration & Maintenance“, kurz S.A.M, die KI der Raumstation. Wer dabei nun an ein gewisses Kubrick’sches Meisterwerk denkt, liegt damit gar nicht so falsch, diente „2001: Odyssee im Weltraum“ doch unübersehbar als Inspirationsquelle für das Adventure-Kammerspiel.