Das ist gut:

Wie es sich gehört, sind in „Need For Speed: Heat“ aber sowieso die Autos der Star. Jene sind in ihrer Urform bereits ansehnlich in Szene gesetzt und gefallen mit schicken Reflexionen auf dem Lack, aber das ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was ihr aus den Karren in der Garage machen könnt. Die Auswahl an optischen und leistungstechnischen Tuning-Optionen ist schlicht gigantisch und lässt euch immens viele Freiheiten, bis hin zum Sound des Motors. In diesem Aspekt haben sich die Macher gleich mal ein Denkmal gesetzt, wobei ihr euch die wirklich guten Bauteile für Motor, Chassis und Antrieb natürlich erst einmal verdienen müsst.

Dazu sammelt ihr in den Rennen und Herausforderungen am Tage zunächst einmal Geld für euren stetig wachsenden Fuhrpark, den ihr mit neuen Teilen aufwertet, die ihr wiederum durch die Nachts verdiente Reputation freischaltet. Jene liegen zwar in unterschiedlichen Wertigkeitsstufen von Standard bis Elite vor – was förmlich nach Loot-Boxen schreit – allerdings blieben wir das komplette Spiel über von künstlichen Monetarisierungs-Maßnahmen verschont. Alles war im Spiel freischaltbar, auch wenn das Anhäufen von Geld und das Hochschrauben unserer Wagen mitunter Grinding und Geduld erfordert, um dem empfohlenen Leistungsniveau der einzelnen Rennen zu entsprechen.

Mit einer deutlich unterzuckerten Karre sehr ihr nämlich kein Land, da dieses „Need für Speed“ tatsächlich ohne Gummibandeffekt auskommt. Soll heißen, wenn ihr eine Führung herausfahrt, zieht ihr eure Rivalen dabei nicht aus dramaturgischen Gründen automatisch mit. Das gilt allerdings auch umgekehrt, sodass ein Rennen bereits schon früh für euch gelaufen sein kann, wenn ihr zu Beginn fatale Fahrfehler begeht, oder euer Tuning schlecht abgepasst habt.

Haltet also für jede der verschiedenen Renndisziplinen – Rennen, Straße, Drift und Offroad – einen passend konfigurierten Boliden bereit. Kleine Änderungen könnt ihr aber auch jederzeit über das Live-Tuning vornehmen, das es euch auch während der Rennen erlaubt, zum Beispiel den Anpressdruck zu ändern, die Traktionskontrolle zu aktivieren oder festzulegen, ob ihr das Driften mit der Bremse oder dem Gaspedal einleitet.

Dazu muss allerdings gesagt werden, dass sich die Fahrzeuge „Need for Speed“-typisch äußerst gutmütig verhalten, und Meilen vom Anspruch einer Simulation entfernt sind. Ob Muscle Car oder Fernost-Semmel, ein paar gute Teile in die Kiste und ihr driftet um die Kurven, als hättet ihr noch nie etwas anderes gemacht. Arcade-Racer freut’s, alle anderen dürften sich ob der überirdischen Bodenhaftung eher an eine Bahnfahrt erinnert fühlen.

Und das selbst bei Regen, der übrigens recht ansehnlich in Szene gesetzt wurde. Das macht natürlich gerade bei Nacht einiges her, wenn dazu auch noch eure Unterbodenbeleuchtung den Asphalt in knalliges Neon färbt, ein Helikopter seinen Suchscheinwerfer auf euch richtet, und euch eine Rotte Cops am Hintern klebt. Erwischen euch diese, seid ihr auf einen Schlag einen ordentlichen Teil eures Geldes los und verliert an Reputation. Aber keine Sorge, allzu schlau ist die KI in „Need for Speed: Heat“ generell nicht.

Die wirklich guten Gegner findet ihr online. Sollten diese allerdings über deutlich besser ausgestattete Wagen verfügen, habt ihr in Ermangelung einer Leistungsbeschränkung nicht den Hauch einer Chance.