Auf der Weide der Sportspiele ist EA normalerweise klar der Platzhirsch, und doch gelang es im letzten Jahr dem Emporkömmling 2K Sports mit NBA 2K14 quasi im Vorbeigehen, dem bisherigen Alphatier seine Weibchen abspenstig zu machen. Entwickler Visual Concepts demonstrierte der Konkurrenz, wie eine moderne Sportsimulation auszusehen hat, und dribbelte sich souverän in die Herzen der Spielergemeinde. Man machte so ziemlich alles besser als bei Electronic Arts, doch eines schaute man sich ab: die jährliche Updatepolitik.

Darum geht’s

Wenig überraschend wird in erster Linie on- und offline Basketball gespielt, wobei der beliebte Karrieremodus das Kernstück des Spieles darstellt. Bastelt euch im umfangreichen Editor euren Spieler und startet als Neuling, der sich erst einmal beweisen muss, um an rentable Verträge heranzukommen. Hatte man im Vorgänger von Anfang an bereits einen Namen, fangt ihr diesmal wirklich von ganz unten an. Euer Werdegang wird dabei äußerst detailliert in Szene gesetzt, sodass es später sogar zu euren Aufgaben gehört, euer Verhältnis zu den Mitspielern über ein rudimentäres Dialogsystem nach dem Spiel zu pflegen. Im Spiel selber sammelt ihr durch gelungene Aktionen unentwegt Münzen einer virtuellen Währung, über welche ihr eure Fähigkeiten in sechs verschiedenen Bereichen einem Rollenspiel ähnlich auflevelt. Ihr dürft alternativ aber auch als Spielermanager eine Mannschaft vom Spielfeldrand aus zum Erfolg führen, oder euch euer Traumteam mit Sammelkarten zusammenzustellen.

Das ist gut

Auch dieses Jahr ist die Präsentation wieder auf Referenzniveau. War die Optik schon im Vorgänger bärenstark, wurde nochmals nachpoliert. So sind die Texturen schicker und stolze 5000 neue Animationen dazugekommen. Das Spiel wirkt dadurch flüssiger, zudem verfügen die Spieler nun über ihre sogenannten Signature Moves aus dem realen Leben. Auch das Drumherum mit der amüsanten Pregame Show, moderiert von Kommentator-Legende Ernie Johnson und der Basketball-Ikone Shaq O’Neal, Interviews, Traineranalysen, sexy Cheerleaderinnen und dem feiernden Publikum stimmt, sodass nahezu TV-Niveau erreicht wird. Spielerisch wurde mit einer neuen Wurfanzeige und erhöhter Dribblingvielfalt lediglich sachte nachgebessert. Kenner des Vorgängers werden sich mit der ohnehin schon tadellosen Steuerung also sofort zurechtfinden.
Als wäre das alles nicht schon gut genug, wurde die hochmotivierende Karriere diesmal sogar noch grandioser inszeniert und fühlt sich auch abseits des Platzes so authentisch an wie nie.

Das ist schlecht

Leider funktioniert mit dem Einscannen eures eigenen Gesichtes ein sehnlichst herbeigesehntes Feature noch nicht perfekt. Erwartet, was das betrifft, also nicht allzu viel. Diese vielversprechende Funktion zeigt aber, wohin der Weg von Sportspielen gehen könnte. Ansonsten gibt es bis auf zu lange Ladezeiten in der Karriere und vereinzelten Clippingfehlern nicht viel zu meckern. Das Steigern eurer Fähigkeiten über eine virtuelle Währung - die man sich erspielt - ist jedoch Geschmackssache, möchte sich dieses Konzept doch nicht so recht in den Grundgedanken einer Simulation einpassen. Viel cooler wäre es doch gewesen, wenn man sich direkt im Spiel oder über intensives Training verbessert.

Bombastische Präsentation trifft auf bewährtes Spielgefühl. NBA 2K15 ist definitiv eines der besten Sportspiele und die wohl beste Basketballsimulation unserer Zeit. Entwickler Visual Concepts bessert nur im Detail nach, und das ist auch gut so!