Nachdem der Kampf gewonnen ist, verdunkelt sich der Bildschirm und eine düstere Stimme verlangt mit den ikonischsten zwei Worten der Prügelspielgeschichte nach Blut: „FINISH HIM!“ Dem kommt Cassie Cage natürlich nur allzu gerne nach und holt zu einem mächtigen Kick aus, der sie, gefolgt von geisterhaften Schemen, in Richtung des taumelnden Gegners katapultiert. Dort angekommen feuert Cassie ihren Fuß so heftig durch Scorpions Oberkörper, dass dessen Herz in hohem Bogen davonfliegt. Anschließend greift sie ihrem Opfer seitlich durch die Rippen in den nun offenen Brustkorb, um in diesem bluttriefenden Rahmen mit beiden Händen ein Herz zu formen und in bester Fotomanier ein Küsschen an die Fans zu senden. Willkommen bei „Mortal Kombat 11“!

Darum geht’s:

Die „Mortal Kombat“-Reihe war seit dem ersten Teil ein Speer im Auge des deutschen Jugendschutzes, zeichnet sich diese doch durch eine derart überbordende Gewaltdarstellung aus, dass man das Schlachtfest auf dem Bildschirm nur noch als absurd bezeichnen kann. Mit Teil 10 kam dann überraschend die Wende, das Spiel erschien ungeschnitten in Deutschland, und das, obwohl man sich seinerzeit schon völlig zurecht fragte, ob es überhaupt noch derber geht. „Mortal Kombat 11“ liefert mit einem diabolischen Grinsen nun die Antwort: Ja, es geht tatsächlich noch derber!

Vordergründig haben wir es bei „Mortal Kombat 11“ wie gehabt mit einem typischen Prügler zu tun, bei dem sich zwei der aktuell insgesamt 26 Kontrahenten in einer 2-D-Arena gegenüberstehen, und mittels eines auf Timing, Spezialattacken und Kombos basierenden Kampfsystems in Best-of-Three-Prinzip solange aufeinander einprügeln, bis einer umkippt. Nur dass der Gegner hier eben am Ende auf ebenso kreative wie sadistische Art und Weise exekutiert werden darf.

Um dieses Grundkonzept herum haben die Macher im Laufe der Serienhistorie ein ganzes Universum gestrickt, dessen Geschichte in Teil 11 nicht einfach nur nahtlos weitererzählt wird. Da die Zeitgöttin Kronika nämlich ganz schön angepisst ist, weil ihr Donnergott Raiden ständig in die Suppe spuckt, reisen wir diesmal sogar in der Zeit zurück, so dass alte, längst vergessen geglaubte Recken und neue Figuren aufeinandertreffen. Selbst wenn es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.