Habt ihr schließlich den Phantomumhang gefunden, könnt ihr euch außerdem vor den Viechern verstecken, was allerdings durch die begrenzte Energie des Gadgets eingeschränkt wird. Irgendwann kommt aber schließlich der Punkt, an dem ihr den Spieß umdrehen dürft – doch auch das erfordert sowohl Planung als auch etwas Geschick.

Gleiches gilt für die spektakulären Bossgegner, deren Bewegungsmuster zunächst einmal erlernt werden wollen. Manch moderner Spieler mag insbesondere an diesen Stellen ob des happigen Schwierigkeitsgrades schlucken – an die Hand genommen wird man bei „Metroid Dread“ nämlich nie. Alte Hasen jubeln jedoch über ein im Retrokick pumpendes Herz, wenn man einem fiesen Boss beim dritten oder vierten Anlauf endlich etwas entgegenzusetzen hat und ihn schließlich doch noch legt.

Wohl dem also, der die Spielwelt aufmerksam nach teils fies versteckten Goodies absucht, die zum Beispiel eure Lebensleiste verlängern oder den Vorrat an Raketen aufstocken. Die Map zu 100 Prozent abzugrasen, erfordert Geduld, Aufmerksamkeit und vor allem auch die nötige Frustresistenz, knifflige Sprungpassagen und so manche Kopfnuss zu knacken. Trifft dies auf euch zu, könnt ihr zu den rund zwölf bis 15 Stunden Spielzeit ruhig noch etwas draufschlagen.

Aus technischer Sicht ist „Metroid Dread“ ein echtes Sahnestück auf der Nintendo Switch. Nicht nur, dass die Areale überraschend abwechslungsreich und sehr lebendig ausfallen, das Spiel läuft dank der stets flüssigen Bildrate auch noch butterweich, so dass ihr euch irgendwann in einer fast schon hypnotischen Geschmeidigkeit und Präzision durch die Level kämpft.

Da das Spiel in 3D entwickelt wurde und lediglich in 2D gezeigt wird, erlauben sich die Macher zudem einige Spielereien, die bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen haben. Der grandiose Sound steht dem mit herrlich atmosphärischer Musikuntermalung und krachenden Soundeffekten in nichts nach. Sogar eine deutsche Sprachausgabe ist mit an Bord.

„Metroid Dread“ kommt dazu in einem derart polierten Zustand daher, wie man es in Zeiten obligatorischer Day-One-Patches kaum noch für möglich halten mag. Bugs sucht ihr hier vergebens. Auf Nintendo-Produkte kann man sich verlassen.

Fazit:

Hoch lebe Königin Samus Aran! Entwickler Mercury Steam gelingt mit „Metroid Dread“ doch tatsächlich das Kunststück, der traditionsreichen Reihe nach nunmehr 35 Jahren einen mehr als würdigen Abschluss zu bereiten. Das präzise Gameplay und geniale Leveldesign fusionieren hier zu einem perfekten Lehrstück dafür, wie ein motivierendes Metroidvania auszusehen hat. Technisch holt „Metroid Dread“ zudem alles aus der Switch raus und entfaltet nach und nach eine abwechslungsreiche Spielwelt voller Details nebst imposant in Szene gesetzten Bossfights – und das alles bei einer butterweichen und stets flüssigen Bildrate. Besser hätten wir uns Samus‘ 2D-Finale kaum vorstellen mögen.

„Metroid Dread“ ist exklusiv für Nintendo Switch erhältlich.