Die von den Romanen des Schriftstellers Dmitri Alexejewitsch Gluchowski inspirierten „Metro“-Spiele, stehen wie kaum eine andere Shooter-Reihe für klaustrophobisches Horror-Flair im ewig dunklen Untergrund. Da stellt sich der geneigte Fan nicht ganz zu Unrecht die Frage, ob dieses Dogma nicht seine bedrohliche Fratze einbüßt, wenn man es ans gleißende Sonnenlicht zerrt. So geschehen im aktuellen dritten Teil „Metro: Exodus“. Ob die russische Postapokalypse auch außerhalb der gewohnten Tunnel an der Oberfläche funktioniert, verrät euch unser Test.

Darum geht’s:

„Metro“ hat mit Open-World-Eskapaden bislang nichts am Hut gehabt und das Überleben nach dem Atomkrieg im Untergrund Moskaus als storybasierten First-Person-Shooter inszeniert. Entgegen moderner Trends behalten die Entwickler 4A-Games diese Formel prinzipiell bei, nur dass man quasi die Spurweite der Gleise wechselt. Denn gleich zu Beginn des Spieles entdeckt der seit jeher von Fernweh getriebene Held Artjom bei einem seiner kurzen – weil arg gefährlichen – Trips an die Oberfläche doch tatsächlich einen Zug, der durch die nächtliche Stadt fährt.

Angesichts einer solchen Entdeckung wird nicht lang gefackelt, die Frau nebst befehlshabendem Schwiegerpapa sowie einem Schwung kampferprobter Spartaner eingepackt, und ohne großes Zögern das alte Leben in Finsternis zurückgelassen. Artjom hatte also Recht: Es gibt sehr wohl noch eine große weite Welt da draußen, die weit mehr zu bieten hat als dunkle Tunnel oder enge Gänge, und die förmlich danach schreit, erkundet zu werden. Und womöglich wartet am Ende der Gleise ja sogar eine neue, sichere Heimat.