Seit mehr als 25 Jahren begeistert die Metal-Gear-Reihe Gamer weltweit. Bereits im Frühjahr 2013 konnte Platinum Games mit dem Ableger Metal Gear Rising: Revengeance für die PlayStation 3 und Xbox 360 punkten. Nun hat Konami es endlich geschafft, eine PC-Version in die Wege zu leiten und die möchte uns mit 60 Frames pro Sekunde, schärferen Texturen sowie dem gleichen, pfeilschnellen Gameplay beeindrucken. Wir haben uns die PC-Version angeschaut und verraten euch, ob sich die 20 Euro Kaufpreis lohnen.

Darum geht’s:

In Metal Gear Rising dreht sich alles um den blonden Helden Raiden, einen mit Maschinenteilen verbesserten Cyborg-Ninja, der sich vier Jahre nach den Ereignissen von Metal Gear Solid 4 in Afrika herumtreibt, um im Dienst einer privaten Sicherheitsfirma den Premierminister zu eskortieren. Die Konkurrenz, Desperado Enforcement, hat etwas dagegen und schickt ihrerseits eine Cyborg-Spezialeinheit, um den Minister zu entführen. In der Hand der Kidnapper wird der Premier kurzerhand erstochen und aus einem fahrenden Zug geworfen. Raiden büßt im darauffolgenden Kampf sein linkes Auge und – schon wieder – seinen linken Arm ein. Und sinnt auf Rache und Gerechtigkeit. Die Taten der Bösewichte sind mit einem Stichwort zu erklären: Krieg. Sie wollen wieder Krieg in der Welt und würden dafür alles tun, sogar Straßenkinder entführen und an ihnen herumexperimentieren. Kurz gesagt: In Metal Gear Rising: Revengeance geht es um das massenweise Abschlachten von Gegnern mit coolen Moves, während die Story dahinplätschert.

Das ist gut:

Platinum Games konnten sich bereits mit Bayonetta und Vanquish einen Namen im Schnetzelgenre machen. Mit dem Metal-Gear-Ableger gehen sie zwar auf Nummer sicher, ziehen ihre Sache aber konsequent durch. Mit coolen Moves, einem geilen Soundtrack, jeder Menge Gewalt und dem Klingenmodus – bei dem wir unsere Gegner mit Raidens Schwert in mundgerechte Portionen zersäbeln dürfen – rühren sie jeden Actionfan zu Tränen. Neben der Action gibt es kurze Schleichpassagen, die das Spielgeschehen abrunden. Exzellent sind Platinum Games die Endbosse gelungen, wobei insbesondere der letzte aus dem Reigen für Frust sorgt, die aber nach seinem Ableben in wohltuende Befriedigung mündet. Die PC-Version spielt sich ebenso flott wie die Konsolenversionen, sofern ein Controller vorhanden ist – die Maus-und-Tastatur-Steuerung ist alles andere als zu empfehlen. Mit flüssigen 60 Frames prügelt sich unser Held durch die Gegnermassen und sorgt mit schicken Partikeleffekten für Aufsehen.

Das ist schlecht:

Leider aber auch nur mit den Partikeleffekten, denn der Rest des Spiels ist leider größtenteils in grau und braun gehalten. Die Levels sind optisch eher abwechslungsarm: entweder bekommen wir es mit graubraunen Arealen in Städten oder wüstenähnlichen Gebieten zu tun, oder wir kämpfen uns durch graue Fabrikgebäude. Wie eingangs schon erwähnt, kann man die Story auch links liegen lassen und sich auf das reine Kampfgeschehen konzentrieren. Selbst Charaktere wie der Doktor – ein Deutscher – oder die Rückkehr von Sunny aus MGS4 können der Geschichte nicht helfen. Für Profis ist das Spiel trotz fordernder Bossgegner zudem zu leicht, wodurch es mit vier bis sechs Stunden Spieldauer brutal kurz ausfällt. Länger würde bei dem monotonen Spielablauf aber sicher noch negativer ins Gewicht fallen.

Freunde von leuchtverdaulicher Schnetzelaction greifen sofort zu, dafür ist der Preis von 20 Euro zu attraktiv. Wer mehr möchte, kann auf die DLCs zurückgreifen, die das Spiel um einige Stunden mehr Spielzeit erweitern. Fans, die Metal Gear mal aus einer anderen Perspektive erleben wollen, sollten sicher mal einen Blick riskieren, obwohl es sich um ein gänzlich anderes Gameplay handelt.