Ist es nun wirklich schon 30 Jahre her, seit wir mit dem ersten „Mega Man“ auf den NES unsere Videospiel-Sinne geschärft haben? Offensichtlich, denn anlässlich eben jenes Perlen-Jubiläums hat Capcom jüngst den offiziellen 11. Teil der nach wie vor immens populären Reihe veröffentlicht. Fans, die sich ob des grandios gescheiterten inoffiziellen geistigen Nachfolgers „Mighty No. 9“ von dem allenthalben als Serienvater geltenden Keiji Inafune in Stich gelassen fühlten, dürfen nun doch noch jubeln. Doch kann ein derart auf Retro getrimmtes Spiel auch heute noch die Massen begeistern? Unser Test verrät es euch.

Darum geht’s:

„Mega Man 11“ verzichtet auf irgendwelche Rollenspiel-Experimente, zeitgemäße Perspektiven-Wechsel oder tiefgreifenden Story-Kapriolen, und präsentiert sich traditionsgemäß als forderndes 2D-Jump-'n'-Run mit hohem Balleranteil. Auf dem Weg zum Endgegner wetzt ihr wie anno 1987 meist von links nach rechts durch die über mehrere Bildschirme scrollenden Räume und versucht mittels eurer Fähigkeiten – im Prinzip nur springen, feuern und auf dem Boden herumrutschen – sämtliche Hindernisse zu überwinden, um in den nächsten Bereich zu gelangen. Einfach zu erlernen, schwer zu meistern.

Inhaltlich wird indes äußerst leichte Kost serviert. Der übellaunige Fiesling Dr. Wily unterjocht acht ehemals friedliche Roboter und spannt diese für seine üblichen Weltbeherrschungspläne ein. Mega Man, der gerade mit Putzen beschäftigt war, bleibt von Wilys Manipulation glücklicherweise verschont, lässt sich von seinem Erschaffer Dr. Light zwecks Chancengleichheit noch das praktische Double-Gear-System einbauen und macht sich auf, die acht fehlgeleiteten Blechkameraden wieder auf die rechte Bahn zu ballern.