Mega Drive Mini im Test – mit den Mini NES stieß Nintendo seinerzeit eine kleine Lawine los, der nicht nur eine Miniaturversion des hauseigenen Super Nintendos, sondern auch diverse Winz-Varianten von Konsolen anderer Hersteller folgen sollten. Die Qualität der Schrumpfkur ließ mitunter jedoch arg zu wünschen übrig (Playstation Classic), weshalb ein Aufschrei durch die Community ging, als es hieß, dass ausgerechnet das heißersehnte Mega Drive Mini in Zusammenarbeit mit AtGames veröffentlicht werden sollte.

Die Herren haben nämlich schon seit geraumer genau solche Kisten im Programm, sogar schon lange vor Nintendo, die Qualität der Produkte ließ jedoch stets arg zu wünschen übrig. Also machte SEGA die Nummer zur Chefsache, holte sich die Emulations-Profis von M2 dazu und siehe da: Diese Minikonsole trägt den Namen Mega Drive zurecht.

Alte Liebe rostet nicht

Direkt beim Auspacken entfuhr uns dieses typische Geräusch der Verzückung, das sonst für Hundewelpen und Katzenbabys reserviert ist. Doch auch wenn man nicht mit der Original-Hardware aufgewachsen ist, kommt man nicht umhin, die gelungene Verarbeitung der Winz-Konsole anzuerkennen, die in ihrer Wertigkeit nicht nur mit der Nintendo-Konkurrenz mithalten, sondern auch noch mit liebevollen kleinen Details aufwarten kann.

Zwar sind sowohl der Lautstärkeregler als auch die federnden Staubschutzklappen des Modulschachtes völlig unnütz, da es sich dabei nur um Attrappen handelt, aber die Liebe zum Detail spricht Bände. Sogar an die Klappe für den Erweiterungsport hat man gedacht. Witzig: In Japan gib es mittlerweile zusätzliche Miniaturattrappen des Mega CD und auch der 32X-Hardwareerweiterung, die man dank der Detailtreue wie damals an das Mega Drive Mini anschließen kann.

Neben der Konsole befinden sich im Karton noch ein HDMI- und ein USB-Stromkabel (ein entsprechendes Netzteil für die Steckdose ist zwar nicht dabei, allerdings verrichtete selbst der USB-Anschluss des Fernsehers problemlos seinen Dienst), sowie zwei Joypads, deren Kabellänge mit 2 Metern deutlich großzügiger ausfällt, als man es von den Nintendo-Pendants gewöhnt ist. Allerdings hat man dem europäischen Markt lediglich die 3-Button-Pads zugedacht, während in Fernost mit 6 Knöpfen gezockt werden darf. Da einige der Titel jedoch auf die besser bestückte Pad-Version ausgelegt sind, führt das natürlich zu gewissen Problemen beim Spielen. Hier schafft das offiziell lizensierte 6-Button-Pad von Retro-Bit zwar Abhilfe, das kostet allerdings auch wieder 20 Euro.

Ansonsten sind die Controller in Größe und Design – vom USB-Anschluss natürlich abgesehen – absolut originalgetreu. Das hat nicht nur Vorteile, ist das Steuerkreuz doch wie damals etwas schwammig ausgefallen. Sobald ihr die Kiste einschaltet, ist das jedoch schnell vergessen. Denn bei satten 42 Titeln – doppelt so viel wie beim Mini Super Nintendo – geht jedes Retro-Herz auf. Vor allem wenn die Auswahl auch noch so hochkarätig ausgefallen ist. Bedenkt man, was für Summen man heutzutage für die entsprechende Module berappen muss, ist das Mega Drive Mini mit rund 73 Euro äußerst günstig bepreist.