Das ist gut:

Grafik und Sounddesign sind bombastisch, Design und Artwork erwecken eine fremde Welt zum Leben. Die Cutscenes sind filmreif inszeniert und wecken kraftvolle Emotionen in uns. Auch das Kampfsystem wurde rundherum überarbeitet – es spielt sich flüssiger, reaktiver und mit dem neuen Jetpack Ryders sind wir noch mobiler und vertikal flexibler als früher. Der Missionsablauf ähnelt den Vorgängern und ist traditioneller, was Serienfans erfreut: Quests, Sidequest und Nebenaufgaben bestimmen das Bild. 

In der gigantischen Spielwelt (Mancher Planet ist so groß wie das ganze ‘Dragon Age Inquisition’) warten zudem jede Menge „Hubs“ wie etwa Raumhäfen auf euch und das Geschehen ist weniger linear. Ihr könnt diese Umgebungen mit eurem Geländebuggy frei erkunden. In den Abschnitten warten Aufgaben, die an Open-World-Titel wie ‘Assassin’s Creed’ gemahnen: Vernichtet ihr etwa drei Gift spuckende Schlote, ist das Wasser in der Region sauber – erledigt ihr mehrere Aufgaben in diesem Stil, füllt sich eine Fortschrittsanzeige und das Gebiet wird für Kolonisten sicher.

Das ist schlecht:

Schwer einzuschätzen, ob Biowares Fokus auf eine solche Masse an Freiheiten und Weltgröße Details und einer spannenden Erzählstruktur nicht eher schadet. Dann und wann fühlt sich das riesige All nämlich etwas „leer“ an, zumindest, wenn man im Buggy unterwegs ist – das Comeback dieses Fahrzeugs aus Teil 1 wirkt bis dato nicht so reizvoll. Nähern wir uns hingegen Gebäuden, beginnen geskriptete Angriffe verfeindeter Aliens. Stets aufs Neue – ein Hauch ‘No Man’s Sky‘ weht da durchs Spiel. Auch das Deckungssystem (ihr sucht automatisch Schutz, ohne Knopfdruck) muss sich beweisen und ist eher anstrengend – ein falscher Move am Stick und ihr steht frei im Plasmahagel.

Die Hauptcharaktere sind zwar schön designt, die Nebenfiguren wirken jedoch etwas puppenhaft. Optisch wie akustisch fanden wir den männlichen Ryder zudem blass – wir sind gespannt, wie sich die finale deutsche Synchro am Ende ausnimmt, auch einige Neben-NPCs haben uns nicht überzeugt. Unsere Pilotin etwa lud förmlich dazu ein, Dialoge zu überspringen. Sämtliche Kritikpunkte können aber auch daran gelegen haben, dass wir eine frühere Vorführversion spielen durften – sie müssen nichts bedeuten, bis wir das finale Spiel in Händen halten.

Fazit: 

‘Mass Effect: Andromeda’ verdient seinen Titel „Mass Effect“ zurecht, auch ohne Shepard. Eine fantastische Entdeckungsreise mit echtem Pionier-Feeling, die sich flott spielt, fantastisch aussieht und einfach Spaß macht. Wir hoffen, dass sich Bioware zugunsten des bombastischen Umfangs nicht zulasten der Handlung übernommen hat – emotional wie auch von der Präsentation packt einen das Spiel nämlich direkt und weckt die Neugier auf mehr. Sollten unsere Sorgen ausgeräumt werden, haben wir hier einen potentiellen Spiel-des-Jahres-Kandidaten in der Mache. Am 21. März wissen wir mehr, wenn Mass Effect: Andromeda für PS4, Xbox One und Windows PC erscheint.