Es ist das große Jubiläum in der NFL, denn der geliebte Wahnsinn in der amerikanischen Football-Liga geht in seine 100. Saison. Kickoff ist am 05. September 2019, wenn die Chicago Bears die Green Bay Packers im Stadion begrüßen. Zur neuen Saison darf selbstverständlich ein aktueller Ableger der American-Football-Simulation „Madden“ nicht fehlen. Auch in „Madden NFL 20“ prallen gestählte Körper auf den Konsolen Xbox One sowie PS4 aufeinander.

American Football ist halt knallharter Männersport und das ist auch im neuen Teil allerorten zu spüren. Da sich die Vorgänger optisch wie inhaltlich stets weiterentwickelt hatten, war es für „Madden NFL 20“ kein Leichtes, eine Schippe auf dem Weg zur perfekten Football-Simulation draufzulegen. Wir haben uns auch in diesem Jahr auf das Spielfeld begeben und verklickern euch, ob „Madden NFL 20“ den großen Touchdown landet oder einfach nur im Seitenaus verschwindet.

Darum geht’s:

Wie immer bei unseren „Madden“-Tests, dürfen NFL-Cracks für ein paar Zeilen eben abschalten. Denn für alle Neulinge und potenziellen Erstspieler wollen wir kurz ein paar Basics zum lizenzierten American Football der NFL näherbringen. Ziel in einem Spiel, bestehend aus vier Quarters aufgeteilt auf zwei Halbzeiten, ist es, so viele Punkte wie möglich durch Touchdowns oder Field Goals zu erzielen.

Um einen Touchdown zu landen, muss man von der jeweiligen Startposition in die gegnerische Endzone gelangen. Innerhalb von maximal vier Spielzügen muss man per Lauf- oder Passspiel mindestens einen Raumgewinn von zehn Yards schaffen. Gelingt es dem eigenen Team, das Feld bis zur Endzone zu überqueren, und bringt es den Football über die Linie, hat man einen Touchdown erzielt.

Das war nun wirklich die Minimalfassung, weil der ganze Spaß um einiges komplexer, aber auch geiler ist. Willkommen zur Jagd auf Yards, Field Goals und Touchdowns oder mit den Big Plays der Defense, um Spiele zu gewinnen.

Das ist gut:

Freunde der gepflegten American-Football-Simulation, genug der Basics. Kommen wir zum neuen Ableger „Madden NFL 20“. Und da beginnen wir doch mal mit dem Cover. Schließlich gibt es auch bei dieser Spielreihe diesen mystischen Fluch der Titelhelden, wie auch aus „FIFA“ bekannt. Im letzten Jahr zierte Steelers Wide-Receiver Antonio Brown die Front. Nun blieb der vom Fluch verschont.

Dieses Jahr ist es kein Geringerer als der Shooting-Star-Quarterback des letzten Jahres, Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs. Dass ihm wegen des Covers eine Katastrophen-Saison droht, ist aber fast auszuschließen. Also schnell weiter im Text: Während Neulinge sich im Gameplay ohne Frage eingrooven müssen, finden alle Madden-Geeks schnell hinein ins Game. Kommen wir zum brandneuen Inhalt, dem personalisierten Karrieremodus „Face of the Franchise: QB1“, der den entfallenen Story-Modus ersetzt.

In diesem Modus erstellt man seinen eigenen Nachwuchs-Quarterback. Mit diesem Greenhorn gilt es dann, vom College Football über das NFL Combine und den NFL Draft bis hin zum Face of the Franchise in der NFL aufzusteigen. Das macht jede Menge Spaß, auch wenn zum Beispiel die College-Football-Saison für das Spieltempo etwas eingekürzt wurde. Das ist aber kein Beinbruch, bekommt man hier doch hautnah zu spüren, was es heißt, als Quarterback in die Profiliga aufzusteigen.

Cool ist auch, dass man in der College-Zeit noch das gesamte Team steuert, aber nach dem Draft nur noch den Quarterback selbst. Das bringt Abwechslung und zugleich eine neue Perspektive. Was auch gefällt, sind die vielen Szenarien, Events und dynamischen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Generell haben die Macher an vielen kleinen Stellschrauben gedreht. Zu weiteren größeren Änderungen sowie Verbesserungen zählt die sogenannte Scenario Engine.

Diese sorgt dafür, dass man in den dynamischen Herausforderungen des Franchise-Modus die Spieler gezielt verbessern kann. Richtig cool ist zudem, dass man die Playbooks überarbeitet hat. Ihr dürft euch auf zahlreiche neue Formationen freuen, die euch wiederum eine bessere Varianz bezüglich der Spieltaktiken bescheren. Weiter gearbeitet wurde überdies an der noch individuelleren Charakteristik der Superstars der NFL.

Zudem gibt noch mehr X-Factor-Fähigkeiten, die den Spielern spezielle Perks verleihen – in Anlehnung an die besonderen Fähigkeiten der Originalspieler. So besitzt Mahomes zum Beispiel den Skill 'Bazooka', der ihn weiter als viele andere Quarterbacks werfen lässt. Auch an der Basis des Gameplays wurde geschraubt, gibt es doch neue Sprint- und Pass-Optionen, bei denen sich beispielsweise Pässe nun antäuschen lassen. Darüber hinaus dürft ihr euch auf zahlreiche neue Spieler-Celebrations und generell auf eine grandiose Präsentation freuen.

Das ist schlecht:

Es ist ein wenig so wie im letzten Jahr. „Madden NFL 20“ ist eine rundum gelungene Football-Simulation, an der man nicht rummäkeln sollte. Wenn man es dann doch will, kann man sich einmal mehr über die lange Installationszeit aufregen.

Fazit: „Madden NFL 20“ lässt die Muskeln spielen – mit tollen neuen Features und vielen kleinen und größeren Feinjustierungen, die das Game noch runder machen. Es ist noch nicht die ultimative, beste American-Football-Simulation, aber so wahnsinnig knapp dran. EA Sports hat einmal mehr an den richtigen Schrauben gedreht, sodass jeder Fan von Sport-Simulationen und insbesondere NFL-Jünger ein grandioses American-Football-Erlebnis spendiert bekommen. Es ist durch die Modi äußerst abwechslungsreich, bringt überall virtuelle Spannung und mitreißende Football-Action für unzählige Spielstunden. Hier gibt es die volle Ladung NFL in euer Wohnzimmer geschossen – eine Football-Simulation mit hundertprozentigem Unterhaltungsfaktor!

Madden NFL 20 erscheint am 2. August 2019 für PC, PS4 und Xbox One.